Ich habe mich schweren Herzens dazu entschieden, dem guten Beispiel einiger anderer deutscher Musiker zu folgen und meinen „Echo“ zurückzugeben, den ich 2013 mit meiner damaligen Band „Wise Guys“ in der Kategorie „Crossover“ erhielt.

Ein paar Tage lang habe ich mit dem Gedanken gespielt, mich einfach „wegzuducken“ und abzuwarten, bis der Rauch sich verzogen hat. Aber ich kann und will nicht in einer Reihe mit „Künstlern“ stehen, die gezielt antisemitisch, frauenfeindlich und, ganz nebenbei, strunzdumm zu punkten versuchen (und damit erschreckender Weise ja tatsächlich punkten).

Als Vertreter der exotischen Randsportart „A-Cappella“ habe ich mich wirklich wahnsinnig darüber gefreut, einen „Echo“ zu erhalten. Ich war stolz darauf, und er hatte einen Ehrenplatz in meinem Wohnzimmer. Es schmerzt mich tatsächlich, ihn zurückzugeben. Eine vergleichbare Auszeichnung werde ich voraussichtlich in meinem Leben nicht mehr erhalten.

Ich finde jedoch den Gedanken, ihn aus rein persönlichen Motiven zu behalten, unerträglich. Es ist allerhöchste Zeit, dass noch viel mehr Menschen in Deutschland, denen Toleranz, Weltoffenheit, Nächstenliebe und Respekt wirklich etwas bedeutet, sich erheben, Zeichen setzen und sich äußern, und zwar auch dann, wenn es mal wirklich wehtut oder vielleicht einfach nur „uncool“ rüberkommt.

Da ich als Songwriter und Sänger der inzwischen aufgelösten A-cappella-Band „Wise Guys“ und aktuell der Band „Alte Bekannte“ keinesfalls so im medialen Fokus stehe wie viele meiner Kollegen, bin ich mir vollkommen darüber im Klaren, dass mein Entschluss nicht einmal im Ansatz die Resonanz hervorrufen wird, die ein vergleichbares Vorgehen beispielsweise von Mark Forster oder gar von Helene Fischer auslösen würde (was meines Erachtens wünschenswert und überfällig wäre). Dennoch möchte ich den Beitrag, den ich leisten kann, beisteuern, damit sich in Deutschland endlich mehr Menschen klar und deutlich positionieren – und nicht einfach schweigend darauf warten, dass irgendwann schon „alles wieder gut“ werden wird. Das wird nämlich nicht von alleine passieren.

 

Daniel „Dän“ Dickopf

 


Ein kräftiges „Huhu“ in die Runde! 😉

Ich sitze im ICE auf dem Weg nach Hause von einem Konzert-Wochenende. Zeit also, für ein paar Zeilen ins Tourtagebuch. 

Anfangen möchte ich mit heute-vor-einer-Woche. Da haben wir uns, nach unserer zweiwöchigen Osterpause, bei Ingo in der Eifel wiedervereint. Egal ob man es nun Kreativblock oder Songschreibe-Ferienlager nennen möchte, es ging um den Start für die Arbeit an neuem Lied-Material. Wie läuft sowas ab, wollt ihr wissen? Diesmal so, dass Dän jede Menge neue Texte dabei hatte. Einige davon wollte er selber vertonen. Andere hat er den hungrigen, aber recht textlosen, Komponisten zur Verfügung gestellt hat. Die drei haben sich super schnell darauf geeinigt, wer welchen Text mit Musik bereichert. Und dann ging es auch schon los. Ingo bei sich im Tonstudio, Nils nebenan im Gästezimmer, Clemens, Dän und ich hauptsächlich in einem zusätzlich angemieteten Ferienhäuschen (das selbe, in dem wir auch die Songs für „Wir sind da!“ geschrieben haben) – Luftlinie ca. 300 Meter entfernt von Ingos Studio.

Natürlich lässt sich jetzt nicht wirklich ein Ergebnis verkünden. Aber am Ende stehen acht Demosongs (meist Melodiegesang mit Klavier-, Gitarrenbegleitung; z.T. aber auch schon a cappella) und etwa sechs weitere Songideen (hier fehlt dann meist vielleicht noch eine Bridge oder der Komponist ist mit seinem Demo noch nicht ganz zufrieden). Es geht also voran, auch wenn ich betonen muss, dass man zum jetzigen Zeitpunkt natürlich überhaupt nicht weiß, ob überhaupt einer der eben erwähnten Songs jemals in irgendein Programm kommt. So viel ist sicher, es werden weitere Demos entstehen und erst nach einer zweiten Woche in der Eifel, die Ende Juni stattfinden wird, werden wir entscheiden, an welchen Songs weiter gearbeitet wird. Nähere Details also eventuell dann. 😉

 

Ich persönlich bin ganz froh, dass wir nicht alle zwei Wochen solche Arbeitsphasen in der Eifel machen. Bitte nicht falsch verstehen, es ist dort herrlich entschleunigend. Allerdings bekocht und bebackt uns Ingos Frau so wahnsinnig liebevoll, dass man viel zu viel schlemmt. Danke, Hase. 😉

 

 

 

 

Am Freitag sind wir dann voll motiviert nach Heidelberg zum ersten Nach-Ostern-Konzert gefahren. Im Konzert haben wir zwei Songs („Wir sind da!“ und „Wir sind Alte Bekannte“) von einem kleinen Kamerateam mitfilmen lassen. Geplant ist, diese beiden Songs demnächst in voller Länge auf YouTube zu stellen. Klar, wir haben ja auch unser Testkonzert in Bergisch-Gladbach aufgenommen. Die Qualität unserer Performance ist aber mittlerweile doch noch mal eine andere geworden. Ich habe zum jetzigen Zeitpunkt die Aufnahmen noch nicht gesehen oder gehört – hoffe aber, dass wir mit dem Material etwas anfangen können. Am Publikum hat es nicht gelegen. Denn die Heidelberger haben echt alles gegeben. Allerdings ist die Bühne im Karlstorbahnhof sehr klein, so dass wir doch mehr gekuschelt haben, als sonst. Ich bin gespannt. 🙂 Hier noch Schnappschüsse aus dem Backstage-Bereich:

 

Samstag waren wir in Karlsruhe. Tolle Location, das Tollhaus. Auch wenn ich bei der Anfahrt zum „Alten Schlachthof“ innerlich immer etwas zusammen zucke. Wer weiß schon, wie viel altes Karma sich in solchen Häusern noch versteckt? Ging aber. Ganz im Gegenteil. Es kam ja auch endlich die Sonne raus und das Thermometer zeigte knapp über 20 Grad. Das macht einfach gute Laune, da kann man machen was man will. Und wenn der Caterer uns dann auch noch spontan eine Eisbombe zum Nachtisch präsentiert, kann eh nichts mehr schiefgehen.

Gestern waren wir dann im Paulussaal zu Freiburg. Ich war zwar schon oft in dieser schönen Stadt, den Saal kannte ich aber noch gar nicht. Schade eigentlich, ist nämlich richtig schön. Und neu – grade erst wiedereröffnet nach umfangreicher Rekonstruktion. Wir haben uns richtig wohl gefühlt und einen schönen Sonntag mit einem super Publikum gehabt. Besonders gefreut habe ich mich über ein kleines Geschenk, das ich im Afterglow bekommen habe. Mit Bezug auf meinen Blog und die Geschichte vom frostigen Leipzig-Konzert habe ich selbstgehäkelte Socken bekommen. 🙂

Bitte verzeiht, dass ich von Samstag und Sonntag keine Fotos habe. Ich steh aber momentan so ein bisschen auf Kriegsfuß mit meinem mobilen Allzweck-Gerät.

Noch was anderes Kleines, da ich per Mail schon gefragt worden bin. Susi konnte uns dieses Mal leider nicht begleiten. Wir hatten diesmal einfach logistische Probleme, sie in unseren Autos unterzubekommen. Nächste Woche wird sie uns aber hoffentlich wieder in den Norden begleiten. 

Liebe Grüße

Björn


Hallo zusammen,

Wahnsinn, unsere ersten 31 Konzerte sind rum. Gefühlt ist die Premiere in Bielefeld noch nicht so lange her. Es waren die ersten Konzerte, die von uns vor anderthalb Jahren in den Verkauf gegeben worden sind. Um zu sehen, ob uns jemand sehen will. Das war zum Glück der Fall. Dafür sind wir sehr dankbar. 🙂

Dieses Wochenende hatten wir vier richtig schöne „normale“ Konzerte. Niemand krank, oder zumindest nicht so, dass wir das Programm umstellen mussten oder ähnliches. Keine Blackouts, keine Stromausfälle. Dafür aber vier Konzerte mit toller Stimmung im Publikum. Deswegen nur ganz kurze Notizen.

Angefangen in der Stadthalle Limburg. Schönes, kleines Städtchen mit einer Stadthalle, die sich so gar nicht in das pittoreske Gesamtbild einfügen will. Wie gut, dass sich die Limburger von dem Ambiente aber nicht die Laune vermiesen lassen. 😉 Eine interessante Frage bekam ich im Afterglow gestellt, die ich gern hier auch noch mal für alle beantworten will: Nein, ich finde es nicht schlimm/komisch/doof, dass bei unseren Konzerten momentan nicht alle Songs mitgesungen und abgefeiert werden, so wie das ja noch auf der Abschiedstour unserer Vorgängerband gewesen ist. Ganz im Gegenteil. Es ist toll, wenn die überwiegende Mehrheit der Zuschauer die Songs zum ersten Mal hört. Es ist toll, die Reaktionen auf Wortwitze, Inhaltswendungen, aber auch generell auf die Themen unserer Songs zum ersten Mal zu sehen. Also unvoreingenommen und spontan. Und dann ist es genauso toll zu sehen, wie bei Montagsallergie (wahrscheinlich, weil er schon so lange auf YouTube steht) und vor allem bei den alten WG-Nummern mitgesungen und abgegangen wird. Die Mischung macht’s. 🙂

Freitag Darmstadt – Centralstation. In der ersten Hälfte hatte ich das Gefühl, Publikum und Band mussten erstmal zueinanderfinden. Irgendwie waren wir alle miteinander ein bisschen ruhiger. In der zweiten Hälfte flutschte es dann aber. 😉

Im Mannheimer Capitol hatten wir mal eine Location, in der wir vorher schon alle in unterschiedlichen Formationen aufgetreten waren. Wir hatten alle ziemlich gute Laune. Wahrscheinlich wegen des frühlingshaften Wetters. So waren wir während des gemeinsamen Essens vor dem Konzert extrem albern mit der Kellnerin, die sich um uns kümmerte. Das wird in Erinnerung bleiben. Aber auch die sehr gute Stimmung während des Konzertes. Das hat Spaß gemacht. 🙂 Nach dem Konzert gab‘s dann noch die Situation, dass die Kollegen auf mich warten mussten mit dem Afterglow-Ständchen. Der AG fand nämlich nicht im Foyer des Capitols statt, sondern in einem extra Raum. Da ich ja aber nach dem Konzert das Merchandise verkaufe, musste ich mich dann also erstmal kurz darum kümmern, dass während meiner Abwesenheit jemand auf den Stand aufpasst. Naja. Ich warte ja sonst auch immer auf die Kollegen. 😉 Apropos Merchandise: Ich soll von unserem Lichtmann/Technikchef/Tourmanager/Merchandiseverkäufer ausrichten, dass das in der Pause am Stand wunderbar funktioniert hat, da sich wohl eine geduldige Schlange gebildet hatte und er nicht von allen Seiten „überfallen“ wurde. 😉

Gestern in Kaiserslautern fühlte sich alles ein bisschen so an, wie sich ein letzter Arbeitstag vor dem Urlaub eben anfühlt. Dazu noch die geklaute Stunde durch die Zeitumstellung. Wir hingen ganz schön in den Seilen hinter der Bühne. Aber produktiv waren wir. Schon vor dem Konzert. Dazu aber dann zu gegebener Zeit mehr. 😉 Auftritts-Adrenalin und Publikum haben dann gestern aber von Konzertbeginn an dazu geführt, dass wir doch einen tollen letzten Arbeitstag hatten. 🙂

Jetzt ist aber erstmal Luftholen angesagt. Nächster Stopp in zwei Wochen: Kreativblock.

Genießt den Frühling und bis bald,

Björn


Hello again! 🙂

Was für ein Wochenende. Von mir aus könnte jetzt langsam mal Schluss sein mit Winter. Und mit seinen Auswirkungen auf das Immunsystem der Menschen. Nachdem wir (und die entsprechenden Konzertbesucher) die vergangenen Wochen ja schon Dän und Nils krächzenderweise erlebten, war also diese Woche Clemens dran.

Und das ausgerechnet zum Auftakt in seiner Heimatstadt Bonn. Fand er sicherlich selbst am Ärgerlichsten. Dabei ging es in Bonn mit seiner Stimme sogar noch. Das sollte sich die weiteren Tage noch ganz anders anhören. Auf jeden Fall hatten wir einen sehr schönen Abend in einem sehr schönen, neuen Pantheon. Ich kannte noch das alte aus meiner Zeit mit Rock4. Eigentlich nicht zu vergleichen die beiden Locations. Dort ein kleiner dunkler Keller, hier jetzt ein netter offener Raum, mit einer optisch beeindruckenden Bar und vielen Oldschool/Vintage/Whatever-Tisch- und Stehlampen (die während des Konzertes anblieben und eine schöne Athmosphäre schufen).

Im Backstage auch zwei Highlights: eine Hollywood-Schaukel und ein liebevoll eingerichteter Raum, den aber nur Ingo und ich entdeckt und genutzt haben. 🙂

Die Leute sitzen im Pantheon an kleinen Tischen, nicht so aufgereiht wie sonst. Auch mal ein schönes Bild. Und es schafft eine ganz andere Athmosphäre. Die Bonner waren richtig gut drauf. So wurde z.B. nach dem Ende von „Wir sind da!“ einfach weitergesungen, so dass wir dann auch noch mal mit eingestiegen sind. 🙂

 

Am Freitag dann unsere Köln Premiere im Gloria. Clemens ging es stimmlich leider schlechter, so dass wir „Der Dings“ weg lassen mussten. Dafür durfte ich „Love Yourself“ singen. Ist schon auch schön, mit zwei Leadstimmen im Konzert. 😉 Die Stimmung war Köln- und Stehkonzertgerecht. Also geil. 😉 Leider haben wir im Anschluss an das Konzert ein paar Mails bekommen, dass es im hinteren Bereich viel zu voll gewesen ist, worüber sich einige geärgert haben und wohl auch in der Pause gegangen sind. Tut uns echt Leid, wenn nicht alle das Konzert komplett genießen konnten. Soweit wir das von der Bühne aus sehen konnten, war aber im vorderen Bereich ausreichend Platz. Teilweise sogar mit Lücken. Ist natürlich schade, wenn sich das dann nach hinten hin staut und, so wurde es uns geschrieben, teilweise die Besucher niemanden mehr durchließen. Wir können da definitiv nur an eure Fairness untereinander appellieren.

 

In Siegen hatten wir wieder die Situation wie z.B. in Braunschweig. Einige Besucher waren, so wie sie es von unserer Vorgängerband gewohnt waren, in den großen Saal gegangen. Dort fand aber ein Abiball statt. Unser Konzert war im kleinen Saal. Stimmlich ging es Clemens leider noch nicht besser. Seine Sprechstimme war mittlerweile tiefer und rauchiger als meine. Und irgendwie hatten Ingo und Nils auch mit laufenden Nasen und gereizten Stimmbändern zu kämpfen. So oft kann ich eigentlich schon gar nicht mehr auf Holz klopfen, um nicht auch noch krank zu werden. Ingwertee, Ingwertee, Ingwertee. Zum Glück gehöre ich zu den Menschen, die das gerne trinken. :-))

Siegen sollte aber noch wegen eines ganz anderen Vorfalls in Erinnerung bleiben. Kurz vor Ende des Konzertes, in der Ansage zu „Radio“ fiel plötzlich der Strom der Tonanlage aus. Während unsere beiden Techniker Joey und Chris versuchten, so schnell wie möglich den Fehler zu finden und ihn zu beheben, was wohl aufgrund der Nichtanwesenheit von fähigem Hauspersonal gar nicht mal so einfach war, überbrückten wir die Zeit mit einer akustischen Version (also ohne Mikrofone) von „Im Flugzeug“. Mitten im Song kam dann der Strom zurück, so dass wir das Konzert noch zu Ende singen konnten. Solche speziellen Situationen machen Konzerte dann unvergessen. Sicher auch für das Publikum. Was für ein toller Schlussapplaus und was für eine Party in den Zugaben. Für mich persönlich endete das Konzert noch mit einem echten Highlight. Folgende Situation: du singst die letzte Nummer. Eine Hommage an die Stadt, in der du grade bist. Das Intro ist eher ruhig gehalten. Im Augenwinkel siehst du, wie jemand sich nach vorne vor die erste Reihe schleicht und versucht, hockenderweise unauffällig ein Foto von uns zu machen. Dann verliert dieser jemand aber das Gleichgewicht und plumpst um. Sorry, aber das verlangt eine immense Konzentration, da nicht in völliges Gelächter auszubrechen, aufgrund der sonderbaren Situation. Vor allem, wenn man in die verdutzen Augen eines Kollegen schaut, der die Szene ebenso verfolgt hat und eigentlich auch gern loslachen würde.

 

Gestern in Essen dann leider immer noch kein genesener Clemens. Dafür aber eine echt schöne Location, diese Weststadthalle. Ich kannte in Essen bisher ja nur die Gruga-Halle, die für mich persönlich nicht zu den Locations gehört, in die ich unbedingt wieder rein will. Einfach zu groß, zu viel Mehrzweckhalle, zu unpersönlich. Ganz anders gestern. Nettes Team, cooler Sound, tolles Publikum. Und sogar ein „Sternenhimmel“ hinter uns. Was will Band mehr? Und obendrauf gewinnt der FC das zweite Heimderby. 😉 Keine Ahnung, warum ich grade dann bei „Love Yourself“ so einen katastrophalen Aussetzer in der zweiten Strophe hatte?! Zumal wir die Nummer vor dem Konzert dreimal komplett fehlerfrei gesungen haben. Steckste nicht drin. Obwohl, tu ich ja. Ich weiß es trotzdem nicht. Danke aber für die netten Rückmeldungen dazu im Afterglow. 🙂

 

So, jetzt drei Tage durchatmen und dann die letzten vier Konzerte vor den Osterferien. Soll ja auch wieder wärmer werden, habe ich gehört. Wäre doch schön. 😉

Liebe Grüße und vergesst nicht den Ingwertee.

Björn


Grüßt euch!

Am vergangenen Wochenende gab’s nun also die ersten drei Kirchenkonzerte. Aber nicht nur das. Wir hatten mit Joey auch einen vollkommen neuen Tonmann dabei, da uns ein Mischer kurzfristig abgesagt hatte und alle anderen, die uns sonst betreuen, nicht einspringen konnten. Dementsprechend gab’s ein bisschen Aufregung vor dem Konzert in Krefeld.

Die gute Nachricht zuerst: Joey hat seinen Job, in unseren Augen, sehr gut gemacht. Es sind auch keine größeren Klagen im Anschluss an uns herangebracht worden. War wahrscheinlich gar kein so schlechter Schachzug, einen holländischen Tonmann zu nehmen, der die Lieder noch nicht kennt. So hatte er selbst ein Interesse, dass die Texte auch verständlich sind. 😉

Die Songauswahl haben wir etwas angepasst im Gegensatz zu den Nicht-Kirchenkonzerten. Leider müssen wir zwei unserer eigenen Partynummern rausnehmen, da das der Hall in den meisten Kirchen einfach nicht zulässt. Dafür haben wir zwei neue ruhigere Coversongs ins Programm genommen (SPOILER: Love Yourself und Junimond). Und die beiden Wise Guys-Cover im Zugabenteil haben wir auch gegen andere ausgetauscht (SPOILER: Mädchen lach doch mal und Jetzt ist Sommer). Fühlte sich für mich alles stimmig an. Konnten wir allerdings nur in Krefeld so machen, in Bochum mussten wir die Setlist kurzfristig wieder ändern. Dazu aber gleich mehr. Zurück zu Krefeld: vor allem für Kirchenkonzerte müssen wir oft Technik dazu mieten, da die Ausstattung vor Ort nicht für ein Konzert ausreicht. Diesmal brachte uns die Technikfirma einige Alte Bekannte. So war z.B. Herbert, der alte Truckfahrer der Wise Guys am Start. Hab mich total gefreut, ihn wieder zu sehen. Kurz vor der 70 der Mann, aber immer noch rast- und ruhelos. Und darüber hinaus der einzige Mensch, den ich kenne, der mindestens sechs verschiedene Lappen hat, um damit sein Auto sauber zu halten. Für jede Oberfläche ein eigener Lappen. Geil. Bei mir zu Hause reicht’s nur zu einem fürs Klo und einem für alles andere.

Auf der Bühne hatten wir ziemlich viel Spaß. Zum einen waren wir wahrscheinlich ganz froh, dass es nicht so kalt war, wie befürchtet. Ich erinnere mich noch an Kirchenkonzerte z.B. in Wien oder Linz bei 12 Grad. Ich musste nicht mal meine lange Unterhose anziehen, die ich extra eingepackt hatte. 🙂

Zwischendurch gab es allerdings mal Synchronisationsprobleme zwischen Apple Watch und iPhone. (Für alle, die noch nicht auf einem Konzert waren: damit geben wir uns auf der Bühne den Anfangsakkord für jedes Lied). Naja. Dafür brillierte Ingo bei seinem Moonwalk. Und das trotz Teppichs auf der „Bühne“. Schön war auch, dass wir die ersten beiden Zugaben dann vor stehendem Publikum singen durften. Das hat gerockt, Krefeld.

 

Auch in Bochum war die Stimmung total cool. Und ich hatte das Gefühl, dass wir dadurch – vor allem in der zweiten Hälfte – auch selbst noch mal eine Schippe draufgelegt haben. Es ging sogar soweit, dass wir in Clemens Moderation in der zweiten Hälfte gefühlt mehr Spaß hatten als das Publikum. Manchmal ist der Bandhumor eben nicht immer publikumskompatibel. Spruch des Tages: „Dän und ich haben Kinder, die exakt im gleichen Alter und vom gleichen Geschlecht sind. Ganz im Gegensatz zu Dän und mir“ (Clemens).

Ich soll ja nicht immer petzen, aber ich erinnere mich, dass Ingo in Bochum ordentlich Fehlerschwein Susi gefüttert hat. Ging diesmal schon bei „Ich habe kein Tattoo“ los und hörte bei seinem Lieblingsstück „Sie bricht mir das Herz“ auf. Leider war Nils in Bochum angeschlagen. Oder vielmehr seine Stimme. Wir mussten also noch mal ein bisschen die Setlist umstellen, kamen aber so ganz gut durch. Wir haben dann nur im AG auf einen Song verzichtet. Schön, und überraschend, war auch, als Dän sich nach „Radio“ bei jedem von uns vieren bedankte. Hinterher hat er uns verraten wieso. In seinen Augen hatte es selten bis nie eine bessere Version des Songs live gegeben. 🙂

 

In Aachen gab’s dann zwischendurch ein „normales“ Konzert. Doch bevor das Gesinge los ging, haben wir ein paar neue Fotos für Misereor gemacht. Wieder mit dem tollen Costa Belibasakis, der uns schon für die CD und die Homepage geknippst hatte.

Das Konzert an sich war dann gefühlt ein einziger Fehler. Schon vor dem ersten Song ging’s los. Wieder Synchronisationsprobleme bei den Tonangabe-Geräten. Später dann Texthänger bei Ingo und ja, auch bei mir. Und dann auch noch mitten in „Perfekt“ plötzlich ein Totalausfall der Tonanlage. Da war der gute Joey wohl am Mischpult an ein Kabel gekommen, das nicht wirklich richtig festgesteckt war. 😀 Zu allem Überfluss hatten wir bei den ganzen Fehlern aber Susi nicht auf der Bühne. Denn die stand noch in der Garderobe von dem vorangegangenen Fotoshooting. Müssen wir echt noch was nachzahlen.

Keine Ahnung, ob es an den Fehlern lag, aber das Aachener Publikum war sehr lange sehr verhalten in seiner Reaktion auf uns und unsere Musik. Vielleicht ging es vielen aber auch einfach wie dem angeschlagenen Nils, der sich gerade so durchgebissen hat (allerdings mussten wir das erste Mal auf „Die schönste Stadt der Welt“ verzichten“). Oder vielleicht auch wie mir. Wahrscheinlich wegen des Wetterumschwungs hatte ich mit massiven Kopfschmerzen zu kämpfen. Oder es lag doch an dem starken Sauerkraut-Geruch in der Umkleide (denn das Sauerkraut stand ohne Deckel schon lange vor unserer Ankunft bereit und versprühte seinen auf- und eindringlichen Duft). Ihr könnt euch vielleicht ausmalen, dass das alles zusammen kein richtig schönes Erinnerungs-Bild ergibt: viele Fehler, Kopfschmerzen, sehr zurückhaltendes Publikum und der penetrante Geruch nach Essen, das ich nicht mal mag.

Im Afterglow hatte ich aber noch eine sehr schöne Begegnung. Ein Zuhörer fragte mich, warum wir denn nicht bei Streamingdiensten zu finden wären. Ich hab ihm erklärt, dass Musikmachen Geld kostet und deswegen das Musikhören auch Geld kosten muss. Dieses Geld muss dann aber auch beim Musiker ankommen und nicht bei den Plattenlabels. Das ist allerdings bei Streamingportalen nicht der Fall. Deswegen unsere Entscheidung, darauf vorerst zu verzichten. Nachdem ich mit dem Gast darüber gesprochen hatte, kümmerte ich mich kurz um andere Gäste. Dann stand er aber wieder vor mir und kaufte eine CD, obwohl er mir vorher noch gesagt hatte, dass er gar kein Abspielgerät mehr dafür besitzt.

 

Sonntag dann in Wuppertal wieder ein Kirchenkonzert. Also zumindest in einem ehemaligen Kirchengebäude, das aber einem Kulturverein gehört. Nachdem wir ja in Aachen Pleiten, Pech und Pannen erlebt hatten, konnte es nur besser werden. Und tatsächlich hat es echt viel Spaß gemacht und auffallende Fehler blieben Mangelware. Und das obwohl, Susi wieder mit uns auf der Bühne war. Ist wahrscheinlich wie mit dem Regenschirm. Hast du ihn dabei, bleibt’s trocken. Hast du keinen, schüttet es.

Nils hat sich auch noch mal durchgekämpft. Muss man ja auch mal Danke sagen. 🙂 Hat wahrscheinlich geholfen, dass die Wuppertaler kein typisches Sonntagspublikum waren. Normalerweise sind diese Konzerte immer etwas gesetzter und ruhiger. Diesmal nicht. Im Grunde hatten wir Samstag unser Sonntagspublikum und umgekehrt. 😉

 

Zum Schluss ein kurzer Dank an die kleinen Bemerkungen im Afterglow oder per Mail zu diesen Einträgen hier. Freut mich, dass ihr mitlest. 🙂

Bis nächste Woche!

Björn


Hallo zusammen,

hier meine Eindrücke des vergangenen Wochenendes.

Berlin ist natürlich für mich immer etwas ganz besonderes. Von zu Hause mit der Straßenbahn (na gut, diesmal war es ein DriveNow-Auto, da ich zu spät dran war…) zur Location fahren und danach wieder nach Hause zurück – das habe ich eben nur in Berlin. Und natürlich ist die Zahl an Freunden und Weggefährten sowie Familienmitgliedern im Publikum hier höher, als anderswo. Das macht etwas mit einem. Mehr Aufregung ist es bei mir nicht. Im Grunde bin ich das ganze Konzert über immer schon gespannt auf das Feedback hinterher von Freunden und Familie und denke mir währenddessen ganz oft: „Dit fand xy jetz grad richteh dufte. Dit konnte er/sie/es nun ma jar nich leiden. Is ihr/ihm dit ufjefall’n?“ Da es ein Stehkonzert war, war die Stimmung dementsprechend cool. Cool aber im Sinne von gut, nicht im Sinne von kalt. Kalt, oder besser frostig, waren eher die Temperaturen draußen vor der Halle und auch im „Warteraum“ hinter der Bühne. Meinen großen Respekt an die Fans, die schon drei Stunden vor Konzertbeginn anstanden, um dann einen guten Sichtplatz zu haben. Ich hoffe, dabei hat sich niemand erkältet. Geht ja grade rum, hab ich gehört. 😉 Apropos: Dän war wieder vollständig genesen, so dass wir alle geplanten Titel singen konnten. In der vergangenen Woche hatten wir ja auf ein paar Songs verzichtet wegen seiner angeschlagenen Singstimme. Susi (unser Fehler-Tour-Schwein) konnte sich auch endlich wieder über ein bisschen Aufmerksamkeit freuen. Wenn ich mich richtig erinnere, hatte Ingo einen Hänger in der zweiten Hälfte. Ich weiß auch, bei welchem Lied, aber hier will ja niemand petzen. 😉

 

Auf Leipzig hatte ich mich gefreut. Erstens mag ich die Stadt und zweitens hatte ich die Location in ganz guter Erinnerung von dem letzten Konzert dort während der Abschiedstour. Die Stadt mag ich immer noch. Aber irgendwas war los in der Moritzbastei. Ein paar zu viele schlecht gelaunte Mitarbeiter und ein Backstage, in dem es arschkalt war. Ja, ich bin da besonders empfindlich und bekomme einfach echt schnell kalte Füße und Hände (ganz abgesehen von der Kälteempfindlichkeit am Kopf, die Haarträger einfach nicht nachvollziehen können). Aber wenn selbst unsere Heißdüse Nils sagt, dass es nicht so richtig warm ist, dann ist da was dran. 😉

Ich muss zugeben, dass mich das ganze „Vorspiel“ stimmungsmäßig an dem Tag echt runtergezogen hat. Normalerweise gibt es dann einen unsichtbaren Schalter, der umgelegt wird, so bald das Bühnenlicht angeht. Diesmal musste ich aber mit mir selbst ganz schön viele Kämpfe ausfechten, um meine schlechte Laune in den Griff zu bekommen und nicht nach außen zu tragen. Hätte das Leipziger Publikum auch absolut nicht verdient gehabt. Denn da kam eine ganz gute Stimmung zu uns auf die Bühne. Wie eine kurze Umfrage während des Konzertes gezeigt hat, war das Verhältnis zwischen den Zuschauern, die unser Album schon kennen und den „Frischlingen“ ungefähr ausgeglichen. Auch wenn die Umfrage sonst noch nicht so stattgefunden hat, sagt mir mein Gefühl, dass die „Unvorbelasteten“ sonst weit in der Mehrheit sind. Noch. Aber vielleicht deswegen in Leipzig die sehr gute Stimmung, obwohl die MB (sagt der Leipziger zur Moritzbastei) ja sehr klein ist und „nur“ etwa 350 Menschen Platz finden.

Kleine Anekdote hierzu: Es ist schon erstaunlich, wie sehr ich mich in den fast 190 Konzerten mit den Wise Guys an die große Anzahl der Zuschauer gewöhnt habe. In meinem früheren Bandleben haben wir uns über ein ausverkauftes Haus mit 350 Leuten tierisch gefreut. (Nicht falsch verstehen, machen wir jetzt auch noch. Wir spielen nur dankenswerter Weise sonst vor, teilweise wesentlich, mehr Leuten.) Ich habe aber auch schon in Theatern vor 30 Leuten gesungen, obwohl 800 Zuschauer Platz gehabt hätten. Ist ganz interessant zu sehen, dass Clemens da jetzt grad die gleichen Gefühle durchmacht, wie ich vor etwas mehr als zwei Jahren.

Zum Schluss für alle Chronisten: Susi bekam wieder Geld von Ingo. 😉

 

Am Samstag in Halle durften (mussten) die Zuschauer dann mal wieder sitzen. Ist schon wirklich immer ein krasser Unterschied, wenn man vorher zwei Stehkonzerte hatte. Mir ging es zum Glück auf der Bühne wieder etwas besser als noch am Vortag. Ich mag aber auch das Steintor Varieté ganz gerne. Ist ein echt schöner Saal und ich hab positive Erinnerung von vor langer Zeit. Z.b. bin ich dort mal mit muSix aufgetreten. Bei einer Frauen-Party. Am Frauentag. In weißen Anzügen. Das war damals extrem witzig. Aber auch als Zuschauer war ich schon im Steintor. Bei Caro Emerald. Eine kleine Musik-Empfehlung von mir an dieser Stelle.

Besonders cool war in Halle das Licht. Wir haben ja auf dieser Tour nicht ganz so viele eigene Lampen dabei, um alles ein wenig dezenter und intimer zu machen. Deswegen ist das Licht immer etwas unterschiedlich von Haus zu Haus. Das Steintor hat aber so tolle Lampen rings um den „Bühnenrahmen“. Sah ganz cool aus von unten.

Zum Glück haben wir (für Analyse- und Auswertungszwecke) bei diesem Konzert mal am Technikplatz eine kleine Kamera mitfilmen lassen. Sonst hätten wir das gar nicht mitbekommen, dass das so toll aussah. 😉 Was in Halle immer bemerkenswert ist, ist die Stimmungsentwicklung. Nach der ersten Hälfte dachte ich „alle ein bisschen müde heute“. Hintenraus wird es dann aber doch immer ganz schön laut.

Ein kleines Wort zum Afterglow: Dort gab es die AB-Premiere eines neuen Cover-Songs, den der Clemens arrangiert hat und auch singen darf. Das Lied wird dann „offiziell“ kommenden Donnerstag in Krefeld in unserem ersten Kirchenkonzert zu hören sein. Achja, bevor ich es ganz vergesse: Auch in Halle hab ich irgendwann in der zweiten Konzerthälfte wieder ganz schön kalte Pfoten bekommen. Da wusste man ja aber schon, dass es angeblich Sonntag auch in der Mitte Deutschland wärmer werden sollte. 🙂

 

Wurde es auch. Zumindest, was die Temperaturen anging. Stimmungsmäßig gab es leider in Erfurt schon vor dem Konzert ein paar Dämpfer. Im Kaisersaal, wo es eh schon eine wahnsinnige Diskrepanz zwischen tollem Saal und lieblosem Backstage gibt, hatte offenbar niemand Dienst, der die Spuren der vorangegangenen Konzerte hinter der Bühne beseitigen wollte. Dann wurden wir mit dem falschen Namen begrüßt. Ok, das ist ja eigentlich ganz witzig, zumal die Schreibweise kreativ ist. 😉

Dann mussten Dän und ich während des Essens und des Soundchecks miterleben, wie der Effzeh sich nun wohl endgültig aus der 1. Bundesliga verabschiedet hat. Und dann gab es nach dem Soundcheck noch die Nachricht, dass man im Haus von einem späteren Konzertbeginn ausgegangen war, als ausgemacht und kommunziert worden war. Es fehlte eine Stunde vor Konzertbeginn also schlicht an Einlass- und Garderobenpersonal. Glücklicherweise ließ sich das relativ schnell regeln, so dass die ersten Zuschauer nicht all zu lange warten mussten, bis die Türen aufgingen und wir am Ende sogar pünktlich anfangen konnten. Dennoch ging ich mit gemischten Gefühlen, wie schon zwei Tage zuvor, in das Konzert. Aber diesmal hat das Schalter-Umlegen geklappt und ich konnte die erste Hälfte echt genießen. Irgendwie waren wir auch wieder eine Spur alberner. Nach müde kommt blöd. Kennt man ja. Hier und da ein paar kleine spontane Änderungen an den Ansagen sorgten auch unter uns für ziemlich viel Spaß. Das Erfurter Publikum stand dem Hallenser in nichts zurück. Erst etwas verhalten – wie eigentlich normal für ein Sonntags-18-Uhr-Konzert. Hintenraus aber mit einer Menge Energie und Standing Ovations. Nur am CD-/Poster-/Tourshirt-Stand und beim Afterglow wurde dann wieder gemeinschaftlich gefroren. War also eher ein Aftershiver. Dafür haben wir in Erfurt das zweite neue Coverlied prämiert, das wir ab Donnerstag erstmal in den Kirchenkonzerten singen wollen. Auch ein Arrangement von Clemens. Den Text noch komplett auswendig lernen muss aber ich. Sind ja aber auch noch drei Tage bis Krefeld. Das sollte also machbar sein. Neben der Steuererklärung, die auf mich wartet. 😉

 

Zum Schluss noch ein kleiner Hinweis an alle: Wenn ihr Karten für unsere Konzerte online kaufen wollt, dann geht doch bitte über unsere Homepage und die dort hinterlegten Links zu den offiziellen Vorverkaufsstellen. Fallt nicht auf Ticketplattformen wie z.B. viagogo herein. Dort werden Konzerte von uns gern als ausverkauft markiert, um dann doch noch auftauchende „Resttickets“ zu überteuerten Preisen zu verkaufen. Ausverkauft ist ein Konzert erst dann, wenn wir das so auf unserer Homepage markieren. Im Zweifelsfall fragt gern per Mail nach. Auch kurzfristig. Ich antworte. Meistens sogar ziemlich schnell. Zur Erinnerung: bjoern(at)altebekannte.band. Facebook- und Instagram-Nachrichten gehen natürlich auch. 😉

 

Lasst es euch gut gehen und genießt die leichten Plusgrade!

Björn


Hallo zusammen,

nächster Teil meines Tourtagebuchs.

Erstmals waren wir südlich von Köln unterwegs. Leider ging es am Donnerstag aber auch mit Däns Stimme abwärts. So mussten wir, mit ganz vielen Bauchschmerzen, das Konzert in Frankfurt sehr kurzfristig absagen. Auch an dieser Stelle noch mal ein großes „Sorry“ an alle, die vergeblich zur Batschkapp gefahren waren und unverrichteter Dinge wieder nach Hause geschickt wurden. Danke aber auch für die vielen Genesungswünsche und euer Verständnis. Wir freuen uns jetzt auf den Nachholtermin am 13.05.18!

Am Donnerstag in Augsburg war Däns Stimme zumindest so weit wieder da, dass wir das Konzert durchziehen konnten. Auch wenn seine Stimme teilweise so klang, als hätte er die vergangenen Tage jeweils acht Stunden lang das Fußballtraining einer Kindermannschaft trainiert. Wir entschieden uns aber, drei Nummern wegzulassen, bei denen Dän die Hauptstimme singt. Seine fehlende Stimme kompensierte Dän in Augsburg mit mehr Bissigkeit uns gegenüber in seinen Moderationen. Das ging etwas über die gewohnten Frotzeleien untereinander hinaus. Bitte nicht falsch verstehen: ich mag das. Sehr sogar! 🙂 Der Spielort in Augsburg, das Spectrum, war eher Marke Rockschuppen mit relativ wenig A Cappella Erfahrung.

Irgendwie fetzt es dann aber immer besonders. Zumal es vor der Bühne auch keine Absperrgitter gab, wie in anderen Clubs bei Stehkonzerten und so die ersten Reihen wirklich hautnah dran waren. Nur kalt war es irgendwie. Also vor allem bevor die Zuschauer in den Saal kamen und leider bis zum Schluss im Backstage. Ich kann nicht sagen, dass mir das keine Sorgen machte in Bezug auf Däns und unser aller Gesundheitszustand.

War aber offenbar unbegründet. Am Freitag in München ging es Däns Stimme wieder ein Stückchen besser, so dass wir, bis auf eine Ausnahme, wieder alle Titel gesungen haben. Für mich war es eine Rückkehr in die Freiheiz-Halle, da ich dort vorher schon zweimal mit meiner holländischen Ex-Band gewesen bin. Schön, dass die Halle nun für mich auch positive Erinnerungen hat. 🙂 Dän war in München ähnlich bissig zu uns, wie am Tag zuvor in Augschburg. Diesmal bekam er aber Contra von Clemens, was zu einigen witzigen Schlagabtäuschen auf der Bühne führte. Das Münchner Publikum war gut zu uns. Irgendjemand hatte auch wieder Knicklichter ausgeteilt, so dass wir bei „Wir sind da!“ in ganz viele bunte Lichter und tanzende Hände gucken konnten. Danke an dieser Stelle den Verantwortlichen.

In Nürnberg am Samstag hatten wir unser erstes Nichtkirchenkonzert in einer Kirche. Die LUX Junge Kirche Nürnberg ist aber auch keine gewöhnliche Kirche. Vom Gefühl eher ein Raum für Konzerte und Aufführungen, in dem aber auch mal ein Gottesdienst stattfinden darf. Empfangen wurden wir von einem ganzen Haufen junger und netter Menschen, die sich den Abend ganz besonders viel Mühe gegeben haben, uns alles Recht zu machen. Vielen Dank an euch, falls hier einer mitliest. 😉 Däns Stimme war in Nürnberg schon fast bei 85%. Irgendwie schwand damit aber auch die Bissigkeit, die uns die beiden Tagen davor begleitet hatte. Also nur noch das „normale“ Ärgern auf der Bühne. Dennoch ein echt schönes Konzert. Zumal wir hier von der Bühne wieder etwas besser ins Publikum schauen konnten. Der Raum war nicht so dunkel, wie es sonst in Clubs oder Theatern ist. Mir ist das persönlich ja immer viel lieber, wenn ich auch in Reihe 10 oder 15 noch Gesichter erkennen kann.

Zum Abschluss in Bayreuth stand dann auch endlich Fehlersau Susi wieder etwas mehr im Fokus. Theoretisch hätte Nils schon in Nürnberg etwas reinschmeißen müssen nach seinem kleinen Texthänger bei „Wir sind da!“. Er hatte allerdings kein Geld dabei. Ich werde ihn da wohl kommende Woche noch zu einer Nachzahlung auffordern. 😉 Gestern erwischte es dann nach langer Zeit mal wieder Ingo bei „Sie bricht mir das Herz“. Offenbar angestachelt von der Aktion gab es dann einen Zwischenruf in der Moderation nach dem Song, als Dän sich beim Sprechen verhaspelt hatte. Jemand wollte unsere „Fehlerregel“ ganz genau nehmen und Dän dafür zur Kasse bzw. zum Schwein bitten. Das wollte ich nicht so ganz auf uns sitzen lassen und bat daraufhin die Dame für die „Ruhestörung“ zur Kasse. Also seid gewarnt! 😉 Insgesamt war es auch in Bayreuth ein netter Abend und ein schöner Abschluss für unseren ersten Ausflug in den Süden. Wenn man den „Sonntag-18-Uhr-ist-es-immer-etwas-ruhiger“-Faktor mal abzieht. 😉

Kommenden Donnerstag geht es nun das erste Mal in den Osten. Ich freu mich besonders auf Berlin, natürlich aber auch auf Leipzig, Halle und Erfurt. Achja, falls ihr in den beiden letztgenannten Städten Menschen kennt, dann sagt ihnen doch (noch mal?) Bescheid, dass wir kommen. Für diese beiden Konzerte gibt es noch Karten. 🙂

Liebe Grüße

Björn



Hallo ihr Lieben,

auch an dieser Stelle noch mal unsere Bitte um Verständnis, dass wir das Konzert gestern Abend in Frankfurt so spät absagen mussten. Eine Konzertabsage ist für uns immer das allerletzte Mittel, wenn es wirklich nicht anders geht. Deswegen haben wir uns aber mit der Entscheidung auch so lange Zeit gelassen.

Dän fühlt sich seit ein paar Tagen schon grippig. Er war beim Arzt und hat sich mit entsprechenden Medikamenten ausstatten lassen, um fit zu werden. Körperlich war auch alles halbwegs in Ordnung. Nur seine Stimme ist im Laufe des gestrigen Tages immer weniger stabil geworden. Nach dem wir im Soundcheck gemerkt haben, dass Dän kaum Kontrolle über seine Stimme hat, haben wir noch diskutiert, ob wir euch lieber ein Konzert präsentieren, in dem wir alle Lieder mit Dän in der Hauptstimme weglassen und in Kauf nehmen, dass er auch in der Nebenstimme immer mal wieder aussetzt. Nebenbei hat Dän mit Inhalieren und vorsichtigen Übungen in Zusammenarbeit mit unserem Gesangspädagogen Clemens versucht, die Stimme zu altivieren. Letzteres hat nicht funktioniert und wir haben uns gegen Ersteres entschieden. Wir sind als Band neu auf Tour. Viele hätten uns gestern zum ersten Mal gehört. Und das sollte nicht der Eindruck sein, den ihr von uns bekommt. Deswegen haben wir uns schweren Herzens entschieden, das Konzert zu verschieben.

Ein Nachfolgetermin steht jetzt fest. Das Konzert findet am Sonntag, den 13.Mai 2018, 20 Uhr in Frankfurt, in der Batschkapp statt. Karten behalten für den Ersatztermin ihre Gültigkeit oder können bis Montag, den 23. April 2018 an der Vorverkaufsstelle, an der sie gekauft wurden, zurückgegeben werden. Die Karten für das Konzert vom 21. Februar 2018 sind nicht automatisch gültig für den Konzerttermin der Alten Bekannten in der Batschkapp, Frankfurt am Sonntag, den 25. November 2018. Umbuchungen auf diesen Termin sind möglich.

Zu den Konzerten der nächsten Tage (Augsburg, München, Nürnberg und Bayreuth) können wir, Stand jetzt, noch nichts sagen. Wir warten ab, bis Dän ausgeschlafen hat und werden dann schauen, wie es seiner Stimme geht. So bald wir wissen, wie der Stand ist, informieren wir hier. Wir bitten zum jetzigen Zeitpunkt von Einzelanfragen im Büro und bei den Veranstaltungsstätten und Veranstaltern sowie bei Vorverkaufsstellen abzusehen.

Vielen Dank für euer Verständnis und liebe Grüße

Björn und Alte Bekannte


Hallo zusammen,

 

nach einer kurzen (Karnevals-)Pause geht es für uns jetzt bis Ostern kreuz und quer durchs Land. 23 Konzerte innerhalb der Fastenzeit. Ich freu mich drauf.

Zum Auftakt hatten wir ein entspanntes Wochenende mit zwei Auftritten. Pulheim (nicht PuHlheim, wie ich im Vorfeld ab und zu fälschlicherweise geschrieben habe – Entschuldigung dafür) hat richtig Spaß gemacht. Nicht nur, aber vielleicht auch, weil Dän uns vor dem Konzert gewarnt hatte, dass er das Pulheimer Publikum als eher introvertiert in Erinnerung hatte. „Die finden’s bestimmt total toll, wissen aber nicht, wie sie das zeigen sollen.“ – so (oder so ähnlich) seine Worte. Wenn du mit solchen Erwartungen auf die Bühne gehst, dann aber von einem total ausgelassenen Publikum empfangen und während des Konzertes auch weiter begleitet wirst, dann macht das echt Laune. Gute Taktik, Dän! 😉

Für die Chronisten unter euch: wir haben noch mal an zwei Stellen die Titelreihenfolge geändert. Gab’s jemanden, dem das aufgefallen ist?

Vor dem Konzert haben wir uns übrigens mal mit der Titelliste für die anstehenden Kirchenkonzerte (das erste in zweieinhalb Wochen in Krefeld) auseinandergesetzt. Wegen der besonderen Akustik (dem langen Hall) werden wir einige schnelle Nummern „entschärfen“. Dadurch bekommen sie einen etwas anderen Charakter. Voraussichtlich vier Nummern werden wir austauschen im Vergleich zu den „normalen“ Konzerten. Ihr dürft also gespannt sein, falls ihr bisher schon in einem Konzert gewesen seid und noch mal in eine Kirche kommt. Das sei an dieser Stelle denen verraten, die in den vergangenen Wochen immer mal gefragt haben, was sich in den Kirchenkonzerten verändern wird. 😉

 

Gestern begann dann für Nils und mich – die anderen drei hatten zu Hause übernachtet – mit einer halbstündigen Wanderung vom Hotel zum Pulheimer Bahnhof. Bei strahlendem Sonnenschein. Was waren wir durchgeschwitzt, als wir am Bahnhof angekommen sind. Eine Übergangsjacke hätte es gestern wohl auch getan. Wir hatten aber nur unsere Winterjacken mit. 😉

In Mönchengladbach angekommen begrüßte uns kurz vor dem Roten Krokodil (so der Name des Konzertsaales) eine Biberfamilie.

Relativ schnell kam eines der Tiere ziemlich nah ran. Vermutlich war es Opa Buddy B. oder Papa Justin B., der uns signalisieren wollte, dass wir in seinem Revier nichts zu suchen hätten und er ganz gut allein auf seine Familie aufpassen könne. Und schließlich sei das ja hier kein Zoo und wir hätten kein Geld bezahlt, um die Familie beim Sonntagsbad zu beobachten. Naja, war eh Zeit für den Soundcheck, also haben wir uns freundlich verabschiedet.

Das Konzert in Mönchengladbach war das erste der Alten Bekannten, bei dem niemand von uns etwas bei Susi, der Fehlersau reingeschmissen hat. Ich hab es selbst nicht mitbekommen, aber muss Clemens vielleicht noch was nachzahlen? Ich meine, bei „Lass die Sau raus“ ein kurzes Stammeln vernommen zu haben. Aber ich will ja nicht petzen.

Selbst Ingo konnte nahezu einen perfekten Moonwalk hinlegen – und das trotz dicken Teppichbodens auf der Bühne. Respekt!!

Hier ein paar Schnappschüsse vom Afterglow. Ich fand einfach die Deko im Foyer des Roten Krokodils so schick. 😉

 

 

 

 

Und für alle, die uns nicht auf Instagram folgen, hier der Videobeweis, dass wir unsere Bühnenklamotten vor jedem Konzert aufhübschen. 😉

 

Zum Schluss vielleicht doch noch kurz was zum Thema der Überschrift. Ich verzichte bis Ostern auf Kaffee, Süßigkeiten und Alkohol. Dän trinkt keine Cola. Clemens, Nils und Ingo wollen keine Fehler während eines Konzertes machen. Wie sieht’s bei euch aus?

 

Liebe Grüße und bis bald

Björn