Cold as Ice

Hallo zusammen,

hier meine Eindrücke des vergangenen Wochenendes.

Berlin ist natürlich für mich immer etwas ganz besonderes. Von zu Hause mit der Straßenbahn (na gut, diesmal war es ein DriveNow-Auto, da ich zu spät dran war…) zur Location fahren und danach wieder nach Hause zurück – das habe ich eben nur in Berlin. Und natürlich ist die Zahl an Freunden und Weggefährten sowie Familienmitgliedern im Publikum hier höher, als anderswo. Das macht etwas mit einem. Mehr Aufregung ist es bei mir nicht. Im Grunde bin ich das ganze Konzert über immer schon gespannt auf das Feedback hinterher von Freunden und Familie und denke mir währenddessen ganz oft: „Dit fand xy jetz grad richteh dufte. Dit konnte er/sie/es nun ma jar nich leiden. Is ihr/ihm dit ufjefall’n?“ Da es ein Stehkonzert war, war die Stimmung dementsprechend cool. Cool aber im Sinne von gut, nicht im Sinne von kalt. Kalt, oder besser frostig, waren eher die Temperaturen draußen vor der Halle und auch im „Warteraum“ hinter der Bühne. Meinen großen Respekt an die Fans, die schon drei Stunden vor Konzertbeginn anstanden, um dann einen guten Sichtplatz zu haben. Ich hoffe, dabei hat sich niemand erkältet. Geht ja grade rum, hab ich gehört. 😉 Apropos: Dän war wieder vollständig genesen, so dass wir alle geplanten Titel singen konnten. In der vergangenen Woche hatten wir ja auf ein paar Songs verzichtet wegen seiner angeschlagenen Singstimme. Susi (unser Fehler-Tour-Schwein) konnte sich auch endlich wieder über ein bisschen Aufmerksamkeit freuen. Wenn ich mich richtig erinnere, hatte Ingo einen Hänger in der zweiten Hälfte. Ich weiß auch, bei welchem Lied, aber hier will ja niemand petzen. 😉

 

Auf Leipzig hatte ich mich gefreut. Erstens mag ich die Stadt und zweitens hatte ich die Location in ganz guter Erinnerung von dem letzten Konzert dort während der Abschiedstour. Die Stadt mag ich immer noch. Aber irgendwas war los in der Moritzbastei. Ein paar zu viele schlecht gelaunte Mitarbeiter und ein Backstage, in dem es arschkalt war. Ja, ich bin da besonders empfindlich und bekomme einfach echt schnell kalte Füße und Hände (ganz abgesehen von der Kälteempfindlichkeit am Kopf, die Haarträger einfach nicht nachvollziehen können). Aber wenn selbst unsere Heißdüse Nils sagt, dass es nicht so richtig warm ist, dann ist da was dran. 😉

Ich muss zugeben, dass mich das ganze „Vorspiel“ stimmungsmäßig an dem Tag echt runtergezogen hat. Normalerweise gibt es dann einen unsichtbaren Schalter, der umgelegt wird, so bald das Bühnenlicht angeht. Diesmal musste ich aber mit mir selbst ganz schön viele Kämpfe ausfechten, um meine schlechte Laune in den Griff zu bekommen und nicht nach außen zu tragen. Hätte das Leipziger Publikum auch absolut nicht verdient gehabt. Denn da kam eine ganz gute Stimmung zu uns auf die Bühne. Wie eine kurze Umfrage während des Konzertes gezeigt hat, war das Verhältnis zwischen den Zuschauern, die unser Album schon kennen und den „Frischlingen“ ungefähr ausgeglichen. Auch wenn die Umfrage sonst noch nicht so stattgefunden hat, sagt mir mein Gefühl, dass die „Unvorbelasteten“ sonst weit in der Mehrheit sind. Noch. Aber vielleicht deswegen in Leipzig die sehr gute Stimmung, obwohl die MB (sagt der Leipziger zur Moritzbastei) ja sehr klein ist und „nur“ etwa 350 Menschen Platz finden.

Kleine Anekdote hierzu: Es ist schon erstaunlich, wie sehr ich mich in den fast 190 Konzerten mit den Wise Guys an die große Anzahl der Zuschauer gewöhnt habe. In meinem früheren Bandleben haben wir uns über ein ausverkauftes Haus mit 350 Leuten tierisch gefreut. (Nicht falsch verstehen, machen wir jetzt auch noch. Wir spielen nur dankenswerter Weise sonst vor, teilweise wesentlich, mehr Leuten.) Ich habe aber auch schon in Theatern vor 30 Leuten gesungen, obwohl 800 Zuschauer Platz gehabt hätten. Ist ganz interessant zu sehen, dass Clemens da jetzt grad die gleichen Gefühle durchmacht, wie ich vor etwas mehr als zwei Jahren.

Zum Schluss für alle Chronisten: Susi bekam wieder Geld von Ingo. 😉

 

Am Samstag in Halle durften (mussten) die Zuschauer dann mal wieder sitzen. Ist schon wirklich immer ein krasser Unterschied, wenn man vorher zwei Stehkonzerte hatte. Mir ging es zum Glück auf der Bühne wieder etwas besser als noch am Vortag. Ich mag aber auch das Steintor Varieté ganz gerne. Ist ein echt schöner Saal und ich hab positive Erinnerung von vor langer Zeit. Z.b. bin ich dort mal mit muSix aufgetreten. Bei einer Frauen-Party. Am Frauentag. In weißen Anzügen. Das war damals extrem witzig. Aber auch als Zuschauer war ich schon im Steintor. Bei Caro Emerald. Eine kleine Musik-Empfehlung von mir an dieser Stelle.

Besonders cool war in Halle das Licht. Wir haben ja auf dieser Tour nicht ganz so viele eigene Lampen dabei, um alles ein wenig dezenter und intimer zu machen. Deswegen ist das Licht immer etwas unterschiedlich von Haus zu Haus. Das Steintor hat aber so tolle Lampen rings um den „Bühnenrahmen“. Sah ganz cool aus von unten.

Zum Glück haben wir (für Analyse- und Auswertungszwecke) bei diesem Konzert mal am Technikplatz eine kleine Kamera mitfilmen lassen. Sonst hätten wir das gar nicht mitbekommen, dass das so toll aussah. 😉 Was in Halle immer bemerkenswert ist, ist die Stimmungsentwicklung. Nach der ersten Hälfte dachte ich „alle ein bisschen müde heute“. Hintenraus wird es dann aber doch immer ganz schön laut.

Ein kleines Wort zum Afterglow: Dort gab es die AB-Premiere eines neuen Cover-Songs, den der Clemens arrangiert hat und auch singen darf. Das Lied wird dann „offiziell“ kommenden Donnerstag in Krefeld in unserem ersten Kirchenkonzert zu hören sein. Achja, bevor ich es ganz vergesse: Auch in Halle hab ich irgendwann in der zweiten Konzerthälfte wieder ganz schön kalte Pfoten bekommen. Da wusste man ja aber schon, dass es angeblich Sonntag auch in der Mitte Deutschland wärmer werden sollte. 🙂

 

Wurde es auch. Zumindest, was die Temperaturen anging. Stimmungsmäßig gab es leider in Erfurt schon vor dem Konzert ein paar Dämpfer. Im Kaisersaal, wo es eh schon eine wahnsinnige Diskrepanz zwischen tollem Saal und lieblosem Backstage gibt, hatte offenbar niemand Dienst, der die Spuren der vorangegangenen Konzerte hinter der Bühne beseitigen wollte. Dann wurden wir mit dem falschen Namen begrüßt. Ok, das ist ja eigentlich ganz witzig, zumal die Schreibweise kreativ ist. 😉

Dann mussten Dän und ich während des Essens und des Soundchecks miterleben, wie der Effzeh sich nun wohl endgültig aus der 1. Bundesliga verabschiedet hat. Und dann gab es nach dem Soundcheck noch die Nachricht, dass man im Haus von einem späteren Konzertbeginn ausgegangen war, als ausgemacht und kommunziert worden war. Es fehlte eine Stunde vor Konzertbeginn also schlicht an Einlass- und Garderobenpersonal. Glücklicherweise ließ sich das relativ schnell regeln, so dass die ersten Zuschauer nicht all zu lange warten mussten, bis die Türen aufgingen und wir am Ende sogar pünktlich anfangen konnten. Dennoch ging ich mit gemischten Gefühlen, wie schon zwei Tage zuvor, in das Konzert. Aber diesmal hat das Schalter-Umlegen geklappt und ich konnte die erste Hälfte echt genießen. Irgendwie waren wir auch wieder eine Spur alberner. Nach müde kommt blöd. Kennt man ja. Hier und da ein paar kleine spontane Änderungen an den Ansagen sorgten auch unter uns für ziemlich viel Spaß. Das Erfurter Publikum stand dem Hallenser in nichts zurück. Erst etwas verhalten – wie eigentlich normal für ein Sonntags-18-Uhr-Konzert. Hintenraus aber mit einer Menge Energie und Standing Ovations. Nur am CD-/Poster-/Tourshirt-Stand und beim Afterglow wurde dann wieder gemeinschaftlich gefroren. War also eher ein Aftershiver. Dafür haben wir in Erfurt das zweite neue Coverlied prämiert, das wir ab Donnerstag erstmal in den Kirchenkonzerten singen wollen. Auch ein Arrangement von Clemens. Den Text noch komplett auswendig lernen muss aber ich. Sind ja aber auch noch drei Tage bis Krefeld. Das sollte also machbar sein. Neben der Steuererklärung, die auf mich wartet. 😉

 

Zum Schluss noch ein kleiner Hinweis an alle: Wenn ihr Karten für unsere Konzerte online kaufen wollt, dann geht doch bitte über unsere Homepage und die dort hinterlegten Links zu den offiziellen Vorverkaufsstellen. Fallt nicht auf Ticketplattformen wie z.B. viagogo herein. Dort werden Konzerte von uns gern als ausverkauft markiert, um dann doch noch auftauchende „Resttickets“ zu überteuerten Preisen zu verkaufen. Ausverkauft ist ein Konzert erst dann, wenn wir das so auf unserer Homepage markieren. Im Zweifelsfall fragt gern per Mail nach. Auch kurzfristig. Ich antworte. Meistens sogar ziemlich schnell. Zur Erinnerung: bjoern(at)altebekannte.band. Facebook- und Instagram-Nachrichten gehen natürlich auch. 😉

 

Lasst es euch gut gehen und genießt die leichten Plusgrade!

Björn

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