Die ersten Kirchenkonzerte

Grüßt euch!

Am vergangenen Wochenende gab’s nun also die ersten drei Kirchenkonzerte. Aber nicht nur das. Wir hatten mit Joey auch einen vollkommen neuen Tonmann dabei, da uns ein Mischer kurzfristig abgesagt hatte und alle anderen, die uns sonst betreuen, nicht einspringen konnten. Dementsprechend gab’s ein bisschen Aufregung vor dem Konzert in Krefeld.

Die gute Nachricht zuerst: Joey hat seinen Job, in unseren Augen, sehr gut gemacht. Es sind auch keine größeren Klagen im Anschluss an uns herangebracht worden. War wahrscheinlich gar kein so schlechter Schachzug, einen holländischen Tonmann zu nehmen, der die Lieder noch nicht kennt. So hatte er selbst ein Interesse, dass die Texte auch verständlich sind. 😉

Die Songauswahl haben wir etwas angepasst im Gegensatz zu den Nicht-Kirchenkonzerten. Leider müssen wir zwei unserer eigenen Partynummern rausnehmen, da das der Hall in den meisten Kirchen einfach nicht zulässt. Dafür haben wir zwei neue ruhigere Coversongs ins Programm genommen (SPOILER: Love Yourself und Junimond). Und die beiden Wise Guys-Cover im Zugabenteil haben wir auch gegen andere ausgetauscht (SPOILER: Mädchen lach doch mal und Jetzt ist Sommer). Fühlte sich für mich alles stimmig an. Konnten wir allerdings nur in Krefeld so machen, in Bochum mussten wir die Setlist kurzfristig wieder ändern. Dazu aber gleich mehr. Zurück zu Krefeld: vor allem für Kirchenkonzerte müssen wir oft Technik dazu mieten, da die Ausstattung vor Ort nicht für ein Konzert ausreicht. Diesmal brachte uns die Technikfirma einige Alte Bekannte. So war z.B. Herbert, der alte Truckfahrer der Wise Guys am Start. Hab mich total gefreut, ihn wieder zu sehen. Kurz vor der 70 der Mann, aber immer noch rast- und ruhelos. Und darüber hinaus der einzige Mensch, den ich kenne, der mindestens sechs verschiedene Lappen hat, um damit sein Auto sauber zu halten. Für jede Oberfläche ein eigener Lappen. Geil. Bei mir zu Hause reicht’s nur zu einem fürs Klo und einem für alles andere.

Auf der Bühne hatten wir ziemlich viel Spaß. Zum einen waren wir wahrscheinlich ganz froh, dass es nicht so kalt war, wie befürchtet. Ich erinnere mich noch an Kirchenkonzerte z.B. in Wien oder Linz bei 12 Grad. Ich musste nicht mal meine lange Unterhose anziehen, die ich extra eingepackt hatte. 🙂

Zwischendurch gab es allerdings mal Synchronisationsprobleme zwischen Apple Watch und iPhone. (Für alle, die noch nicht auf einem Konzert waren: damit geben wir uns auf der Bühne den Anfangsakkord für jedes Lied). Naja. Dafür brillierte Ingo bei seinem Moonwalk. Und das trotz Teppichs auf der „Bühne“. Schön war auch, dass wir die ersten beiden Zugaben dann vor stehendem Publikum singen durften. Das hat gerockt, Krefeld.

 

Auch in Bochum war die Stimmung total cool. Und ich hatte das Gefühl, dass wir dadurch – vor allem in der zweiten Hälfte – auch selbst noch mal eine Schippe draufgelegt haben. Es ging sogar soweit, dass wir in Clemens Moderation in der zweiten Hälfte gefühlt mehr Spaß hatten als das Publikum. Manchmal ist der Bandhumor eben nicht immer publikumskompatibel. Spruch des Tages: „Dän und ich haben Kinder, die exakt im gleichen Alter und vom gleichen Geschlecht sind. Ganz im Gegensatz zu Dän und mir“ (Clemens).

Ich soll ja nicht immer petzen, aber ich erinnere mich, dass Ingo in Bochum ordentlich Fehlerschwein Susi gefüttert hat. Ging diesmal schon bei „Ich habe kein Tattoo“ los und hörte bei seinem Lieblingsstück „Sie bricht mir das Herz“ auf. Leider war Nils in Bochum angeschlagen. Oder vielmehr seine Stimme. Wir mussten also noch mal ein bisschen die Setlist umstellen, kamen aber so ganz gut durch. Wir haben dann nur im AG auf einen Song verzichtet. Schön, und überraschend, war auch, als Dän sich nach „Radio“ bei jedem von uns vieren bedankte. Hinterher hat er uns verraten wieso. In seinen Augen hatte es selten bis nie eine bessere Version des Songs live gegeben. 🙂

 

In Aachen gab’s dann zwischendurch ein „normales“ Konzert. Doch bevor das Gesinge los ging, haben wir ein paar neue Fotos für Misereor gemacht. Wieder mit dem tollen Costa Belibasakis, der uns schon für die CD und die Homepage geknippst hatte.

Das Konzert an sich war dann gefühlt ein einziger Fehler. Schon vor dem ersten Song ging’s los. Wieder Synchronisationsprobleme bei den Tonangabe-Geräten. Später dann Texthänger bei Ingo und ja, auch bei mir. Und dann auch noch mitten in „Perfekt“ plötzlich ein Totalausfall der Tonanlage. Da war der gute Joey wohl am Mischpult an ein Kabel gekommen, das nicht wirklich richtig festgesteckt war. 😀 Zu allem Überfluss hatten wir bei den ganzen Fehlern aber Susi nicht auf der Bühne. Denn die stand noch in der Garderobe von dem vorangegangenen Fotoshooting. Müssen wir echt noch was nachzahlen.

Keine Ahnung, ob es an den Fehlern lag, aber das Aachener Publikum war sehr lange sehr verhalten in seiner Reaktion auf uns und unsere Musik. Vielleicht ging es vielen aber auch einfach wie dem angeschlagenen Nils, der sich gerade so durchgebissen hat (allerdings mussten wir das erste Mal auf „Die schönste Stadt der Welt“ verzichten“). Oder vielleicht auch wie mir. Wahrscheinlich wegen des Wetterumschwungs hatte ich mit massiven Kopfschmerzen zu kämpfen. Oder es lag doch an dem starken Sauerkraut-Geruch in der Umkleide (denn das Sauerkraut stand ohne Deckel schon lange vor unserer Ankunft bereit und versprühte seinen auf- und eindringlichen Duft). Ihr könnt euch vielleicht ausmalen, dass das alles zusammen kein richtig schönes Erinnerungs-Bild ergibt: viele Fehler, Kopfschmerzen, sehr zurückhaltendes Publikum und der penetrante Geruch nach Essen, das ich nicht mal mag.

Im Afterglow hatte ich aber noch eine sehr schöne Begegnung. Ein Zuhörer fragte mich, warum wir denn nicht bei Streamingdiensten zu finden wären. Ich hab ihm erklärt, dass Musikmachen Geld kostet und deswegen das Musikhören auch Geld kosten muss. Dieses Geld muss dann aber auch beim Musiker ankommen und nicht bei den Plattenlabels. Das ist allerdings bei Streamingportalen nicht der Fall. Deswegen unsere Entscheidung, darauf vorerst zu verzichten. Nachdem ich mit dem Gast darüber gesprochen hatte, kümmerte ich mich kurz um andere Gäste. Dann stand er aber wieder vor mir und kaufte eine CD, obwohl er mir vorher noch gesagt hatte, dass er gar kein Abspielgerät mehr dafür besitzt.

 

Sonntag dann in Wuppertal wieder ein Kirchenkonzert. Also zumindest in einem ehemaligen Kirchengebäude, das aber einem Kulturverein gehört. Nachdem wir ja in Aachen Pleiten, Pech und Pannen erlebt hatten, konnte es nur besser werden. Und tatsächlich hat es echt viel Spaß gemacht und auffallende Fehler blieben Mangelware. Und das obwohl, Susi wieder mit uns auf der Bühne war. Ist wahrscheinlich wie mit dem Regenschirm. Hast du ihn dabei, bleibt’s trocken. Hast du keinen, schüttet es.

Nils hat sich auch noch mal durchgekämpft. Muss man ja auch mal Danke sagen. 🙂 Hat wahrscheinlich geholfen, dass die Wuppertaler kein typisches Sonntagspublikum waren. Normalerweise sind diese Konzerte immer etwas gesetzter und ruhiger. Diesmal nicht. Im Grunde hatten wir Samstag unser Sonntagspublikum und umgekehrt. 😉

 

Zum Schluss ein kurzer Dank an die kleinen Bemerkungen im Afterglow oder per Mail zu diesen Einträgen hier. Freut mich, dass ihr mitlest. 🙂

Bis nächste Woche!

Björn

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