Rückblick der beiden „Neuen“ auf das Tanzbrunnenkonzert und den Katholikentag

Da jetzt doch einige gefragt haben, wie es Clemens und mir mit dem Konzert im Tanzbrunnen erging, will ich mich auch mal in einem Blog äußern. Da bleibt mir normalerweise wenig Zeit zu, da ich mich ja um die Produktionen von Alte Bekannte kümmere, sprich Aufnahmen für die nächste CD, Abmischung des Tons der Musikvideos, bzw. auch Schnitt der meisten Videos und Vlogs. Dazwischen noch ein paar Konzerte und der Tag ist voll. Außerdem hat Björn ja schon mehrfach gesagt, dass Männer über 40 von Social Media keine Ahnung haben. ;p

Das Konzert im Tanzbrunnen war… mega! Ich habe zwar schon vorher auf ähnlich großen Konzerten gespielt, aber noch nie in der Rolle des Sängers mit eigenen Songs. Da war immer der Frontmann, der eigentliche Künstler zwischen mir und dem Publikum als „Schutzwall“. Wenn also irgendwas schlecht gelaufen wäre, dann hätte ich mich immer hinter demjenigen verstecken können.

Bei „Alte Bekannte“ geht das nicht. Niemand da, hinter dem ich mich verstecken kann. Und das ist auch gut so, denn das ist ja das, was wir Musiker wollen. Aber ich bin froh, dass ich mich durch die vielen kleineren Konzerte daran gewöhnen konnte, mit Euch, dem Publikum, um zu gehen. Mit den Songs zu spielen, mir die Bewegungen zu merken, meinen eigenen persönlichen Ausdruck zu finden, vor allem bei Songs wie „Sie bricht mir das Herz“, wo ja so viele eine gewisse Wehmut fühlen, weil sie diesen Song mit Sari verbinden… das alles will geübt sein. Wobei ich lieber „das will erfahren sein“ sage, da man bestimmte Dinge nicht üben kann, sondern nur auf der Bühne vor Publikum erfährt.

Und dann steht man auf so einer Tanzbrunnen Bühne, die groß ist, größer als die meisten „Alte Bekannte“  Bühnen bisher, obendrauf noch diese Masse an Menschen, die bis in die letzte Reihe begeistert sein sollen, und dann fällt einem an der Bühnenkante auf, dass 90% gar nicht sehen werden, wenn ich hier die Augenbraue hoch ziehe, oder da mit meiner Mimik spiele. Zum Glück habe ich früher etwas Theater und Kabarett gemacht, und bin ja auch nicht seit gestern erst Musiker. Also alles etwas größer machen, deutlicher.

Dann kommt dieser Moment, wo wir „nur Du allein“ singen, und ich frage mich, ob so ein „schwerer“ Song funktionieren wird, während ich Duh Duh Dutte. Ist ja doch eher ein „gute Laune“ Publikum, das die Arme schwenken und mitsingen will. Die Menschen, die uns noch nie gesehen haben und nur des Events wegen da sind, auch nicht zu vergessen. Aber auch das hat geklappt. Die Leute waren so still, wie es bei einer solchen Massenveranstaltung ging, und der Applaus bestätigte, dass das Gefühl angekommen war.

Dann „Wir sind da“, plötzlich sind wieder die Leuchtstäbe im Publikum, tausende, und ich denke „Ja leck mich doch, wer hat sich denn die Mühe gemacht, so exorbitant viele von den Teilen zu besorgen und zu verteilen? Und vor allem: wer hat das bezahlt??? Das muss doch teuer wie Sau sein!“ Sorry, für die derbe Ausdrucksweise, aber das war wörtlich das, was ich gefühlt habe. Geile Sache! Danke!

Konzert zu Ende, alles hat geklappt, und dann kommt das musiksynchrone Feuerwerk. Keine Ahnung, ob das wirklich synchron war, aber ich hatte das Gefühl, der Himmel brennt und Köln wird in die Luft gesprengt, während „Du musst den Sommer einfach zwingen“ läuft. Ich hab so unglaublich oft bei „Kölner Lichter“ auf Veranstaltungen Musik gemacht, hunderte Feuerwerke gesehen, aber noch nie mit einem Song von mir. Also uns natürlich… ja ok, von Dän… Ihr wisst, was ich meine.

Dann kommt der Afterglow, so anders als jeder andere bisher, weil es so viele waren. Dazwischen blitzt mal meine Familie auf, und Menschen, die ich von den Konzerten her schon etwas besser kenne und sehr mag, die ich „abfertigen“ muss, um überhaupt durch zu kommen. Menschen, die man hier und da mal gedrückt hat, mit denen man sich schon ein paar persönliche Witze erobert hat, so in der Masse verschwinden zu sehen… das ist eigenartig. Und das war dann auch der Moment, der mich geplättet hat. Das Konzert konnte ich in eine professionelle Ecke schieben. Den Afterglow… nee, lieber „die Autogrammstunde“… das konnte ich bisher noch nicht richtig einsortieren. Ich möchte so gerne dem einzelnen wenigstens kurz in die Augen sehen, damit ich mitbekomme, wen ich da im Arm halte für ein Foto… kaum möglich.

Das Gefühl dazu kann ich mit „witzig bis überfordernd“ beschreiben.

Nächster Tag „Emmelshausen“. Kleine Halle, Business as usual, und dann auch noch ein Ortsname, der so klingt, als wäre er einem Walt Disney Comic entsprungen. 😀

Ich hatte Bedenken, ob wir den Sprung zurück in das Kleine sofort hin bekommen. Aber genau da habe ich wieder gemerkt, dass die Entscheidung, alles sausen zu lassen für „Alte Bekannte“ die richtige war. Wir hatten, trotz der Anstrengungen, dem Hype, dem Gigantismus am Vortag alle wieder volle Energie, um unsere Show zu machen. Emmelshausen hat es uns mit einer Standing Ovation bestätigt. Danke!

Alles richtig gemacht.

Ingo

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Wegen der vielen Nachfragen, wie mir denn unser Konzert im Tanzbrunnen und beim Katholikentag gefallen hat, hier meine Eindrücke und Gedanken.

Vor so vielen Menschen aufzutreten, ist immer etwas besonderes und die Vorfreude darauf hat mich vor allem beim Tanzbrunnenkonzert schon einige Zeit begleitet. Die Vorbereitung auf das Konzert war aber im Grunde ganz normal, die Besonderheit der Situation machte sich bei uns nur in einer erhöhten Konzentration beim Soundcheck bemerkbar.

Ein besonders beeindruckender Moment bei beiden Konzerten war, das erste Mal auf die Bühne zu kommen, die Energie von tausenden Menschen zu spüren und sich von der Begeisterung tragen zu lassen. Großartig!

Open Air Konzerte finde ich gerade für a-cappella immer eine Herausforderung, da sie immer mit schwierigeren akustischen Bedingungen einhergehen, als Konzerte drinnen. An dieser Stelle auch noch mal ein dickes Kompliment und Dank an unseren Tontechniker, der das ganze souverän gemeistert hat, so dass wir auf der Bühne einfach Spaß haben konnten.

Und natürlich auch ein großes Dankeschön an alle Leute, die da waren, zugehört, geklatscht, gesungen und gefeiert haben. Ohne Euch wäre das ganze ja nur halb so schön gewesen! 😉

Clemens

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