Tourblog 20: (Köln) Marburg, Melsungen und Kassel

Hallo zusammen,

beginnen möchte ich mit einen kleinen Dank an alle, die mir nach Blog Nr. 19 auf die Frage zum Mitfilmen bei Konzerten geantwortet haben. Durchaus interessant. Eine Aussage konnte ich voll und ganz unterschreiben: Gegen einen kurzen Erinnerungsschnappschuss hat niemand etwas. Aber wenn man ein Konzert (oder den Afterglow) hauptsächlich durch das Display des Vordergastes sieht, dann ist das schade und wenig rücksichtsvoll. 🙂

Jetzt aber zu den vergangenen Auftritten:

Mittlerweile fast zwei Wochen ist unser kleiner Auftritt im Rahmen der Gamescom auf dem Kölner Rudolfplatz her. Eigentlich wollte ich dazu auch nichts schreiben, da es für mich kein „normales“ Konzert innerhalb unserer Tour gewesen ist: Kostenlos, 90 Minuten am Stück, „Straßenklamotten“, Laufpublikum. Aber ich kenn ja die Spezialisten und Chronisten unter euch, die mir das dann vorhalten würden. 😉 Also. Besonders an solchen Straßenfesten ist oft, dass man entweder gar keinen, oder einen kurzen Soundcheck direkt vor dem Auftritt hat oder, und das traf diesmal zu, zwischen Soundcheck und Auftritt seeeeeeehr viel Zeit liegt. Das hat organisatorische Gründe, wenn sich mehrere Bands eine Bühne teilen und z.B. unterschiedliche Instrumente und Mikrofone auf- und abgebaut werden müssen. Während Dän und Clemens den Vorzug ihrer auftrittsnahen Wohnorte genutzt haben und noch mal nach Hause sind, sind Nils, Ingo und ich einfach mal spontan live auf Facebook gewesen, um uns die Zeit zu vertreiben. Wer’s verpasst hat und eine halbe Stunde Zeit hat, kann sich das Video noch im Nachhinein anschauen. 😉 Es wird aber sicher demnächst weitere solche „Live-Schaltungen“ geben.

Der Auftritt selbst hat Spaß gemacht. Vor allem, weil sich von Song zu Song immer mehr Menschen vor der Bühne einfanden. Eine schöne Mischung aus bekannten und neuen Gesichtern. Die Setlist haben wir dem „Laufpublikum“ angepasst. Also kaum Balladen, dafür mehr Coversongs. Ein bisschen Auswahl haben wir ja, wenn wir „nur“ 90 Minuten spielen und nicht, wie im Konzert ca. 120. Aber wenn man es nicht gewohnt ist, sind anderthalb Stunden am Stück doch echt anstrengend. Würde mich interessieren, was euch eigentlich lieber wäre. Ein langes Set oder zwei Sets mit einer Pause dazwischen? Und warum? Schreibt mir gern eine Mail oder nutzt die Nachrichtenfunktion bei FB oder Instagram. 😉 Ich selbst mag es ja eigentlich lieber, wenn ein Konzert durchgeht. Die Pause wirft mich aus dem Moment. Es sei denn natürlich, das Konzert ist doof. Dann freue ich mich über die Pause und die damit verbundene Möglichkeit, nach Hause zu gehen, ohne den Künstler zu stören. 😉

 

Vergangenes Wochenende fand unser erstes von zwei Konzerten des Jahres in Marburg statt. In der beeindruckenden Elisabethkirche. Gotisch, hoch und dadurch natürlich ein laaaaaanger Hall. Eine echte Herausforderung vor allem für unseren Tonmann Bertram. Und auch wir mussten uns anpassen. Zum Beispiel beim Moderationstempo. Leider funktionieren dann manche Witze nicht, die eigentlich von schnellem Tempo und Timing leben. Richtig wohl gefühlt hat sich offenbar wieder Clemens, der in einer Ansage wieder zu einem Prediger verwandelt hat. Unglaublich witzig, wie ich finde.

Aber auch einige Songs haben wir wegen der Akustik ein paar bpm langsamer gesungen. Fühlt sich teilweise komisch an. Mittlerweile sind die Lieder einfach so in Fleisch und Blut, dass sich kleinste Tempo- oder Tonhöhenveränderungen extrem und seltsam anfühlen. Vielleicht haben wir deshalb auch ein paar Unkonzentriertheiten eingestreut. Also ich. So hab ich z.B. bei „Love Yourself“ einen Pre-Refrain weggelassen und an einer Stelle im Programm einen Song übersprungen, weil ich mit der „falschen“ Ansage weitergemacht habe. (Den Song gab es dann aber im Afterglow.)

Eine witzige Geschichte geschah noch bei den Zugaben. Dän meinte, wir würden jetzt nicht noch mal von der Bühne gehen, um dann eh wieder zu kommen. Wir hätten ja eh Lust, noch einen Song zu singen und außerdem sei es hinter der Bühne so dunkel. Daraufhin wurden uns von blinden Gästen in der ersten Reihe ihre Blindenstöcke angeboten. Sehr lustige Aktion! 🙂

Von der Kirche hab ich leider kein Foto gemacht. Hole ich am 24.11.18 nach, wenn wir wieder dort sind (Tickets). Aber von den beiden Fans, die auf ihrem ersten Konzert überhaupt gewesen sind. Mit eigenen T-Shirts. Voll süß.

Ach ja, zum Ton gab es übrigens nur positive Rückmeldungen. Da hat Bertram wohl einen guten Job gemacht. 😉

 

Am Samstag waren wir in Melsungen. Im Grunde ein Vorort von Kassel (ich hoffe, damit fühlt sich niemand auf den Schlips getreten!?). Wieder eine Kirche. Mit ähnlicher Kapazität für Gäste. Aber doch gaaaaanz anders, als tags zuvor. Die Stadtkirche von Melsungen hatte etwas gemütliches, intimes. Gefühlt saßen alle Zuhörer ganz nah an uns dran. Auch der kircheneigene Nachhall war nicht so aufdringlich. Von den Organisatoren wurden wir total herzlich empfangen. Vom Chef sogar in unserem Tourshirt. Sogar eine kleine Bühne hat man uns hingebaut. Also kein Moonwalk auf Altartreppen. 😉

Dementsprechend fühlte sich das ganze Konzert irgendwie heimelig an. Wie ein Abend unter „Alten Bekannten“. Scheinbar auch für Pfarrer Clemens, dessen Predigt teilweise ausuferte. Mich unterhält das total. Er wird die Ansage aber dennoch wieder etwas kürzen beim nächsten Mal. 😉

 

Am Sonntag waren wir dann zu Gast im Anthroposophischen Zentrum Kassel. Nach zwei Kirchenkonzerten also wieder ein „normales“. Da wir schon nach Melsungen in Kassel übernachtet hatten, haben wir den frühen Nachmittag für einen Ausflug zu den Wasserspielen am Kasseler Herkules genutzt (Ausflugstipp, falls ihr mal in der Nähe seid!).

 

Der Saal im AZ (ist mir echt zu anstrengend, das immer auszuschreiben) war, sagen wir, besonders. Allein schon die Wandfarbe. Dazu das gefühlte Verbot von rechten Winkeln. 😉

Das Publikum war extrem gut drauf. Und klatschfreudig. Man hätte das Gefühl haben können, dass die Marburger und Melsungener den Leuten in Kassel ihre aufgestaute Klatschenergie abgegeben hatten. In den beiden Kirchenkonzerten hatten wir das Mitklatschen während der Lieder, wegen der schwierigen Akustik, freundlich untersagt. Im zweiten Teil gab es dann sogar kleine Grüppchen, die sich links und rechts in die Gänge gestellt hatten und dort tanzten. Schöner Abschluss des Wochenendes.

 

Schauen wir mal, was dieses Wochenende passiert. Ich freue mich auf einen vollen Saal in Saarbrücken, die besondere Architektur der Ringkirche in Wiesbaden und das Flair der Westerwaldhalle von Rennerod.

Liebe Grüße,

Björn

 

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