Tourblog 25: Euskirchen, Kleve, Bergisch-Gladbach, Leverkusen, Düsseldorf

Hallo,

mit fünf Konzerten sind wir in den Oktober gestartet. Allesamt in NRW, so dass Nils und ich die einzigen Hotelschläfer waren. Der Rest ist immer schön nach Hause gefahren jeden Abend. Quality-time für Nils und mich an den Hotelbars. Haben wir aber so gut wie gar nicht ausgenutzt. 😉

Los ging es am Dienstag in Euskirchen. Dienstag! Ein Tag, an dem wir IMMER frei haben. Immer. Naja. Außer eben am 02. Oktober 2018. Ist ja aber auch klar. Der 03. Oktober ist ein Feiertag. Also kann man am Abend vorher ins Konzert gehen. Egal, ob Dienstag oder nicht (Sonst gehen viele Menschen Dienstags nicht so gerne abends weg. Montags auch nicht. So wegen Kräfte sparen für die lange Woche und so. Deswegen spielen wir auch an diesen Tagen so gut wie nie).

Nickercheck = Mischung aus Nickerchen und Soundcheck

Der aufmerksame Blogleser fragt sich nun zwei Fragen. 1.: Wie ging es Clemens? Danke der Nachfrage. Immer noch relativ bescheiden. Zumindest vom Körpergefühl. Stimme ging. 2.: Euskirchen, da wohnt doch der Ingo? Fast. Ist nicht weit. Aber deswegen kannte er (gefühlt) die Hälfte der Gäste im Saal persönlich. Fand er lustig. Gespräch in der Pause: „Erste Reihe, links. Mit dem Bruder hab ich zusammen…., rechts, etwas weiter oben. Die Blonde. War mal eine Schülerin von mir.“ Undsoweiterundsofort. Hat ihn alles scheinbar nachhaltig beeindruckt. So weit, dass er sich am Ende von „Sie bricht mir das Herz“ verhaspelte und darüber so lachen musste, dass der Song ohne die Schlusspointe zu Ende ging. Wo, wenn nicht in Euskirchen, soll man ihm das aber verzeihen? 😉

Die Stimmung in Euskirchen war super. Keine Ahnung, warum ich das anders erwartet hatte. Und noch viel weniger weiß ich, warum 1 bis 2 Leute nach dem Konzert zu mir meinten, dass die Stimmung ja Eifel-typisch leider nicht so gut war. Ich fand sie Klasse. Lauter und langer Auftrittsapplaus, viel Spaß während der Songs und Moderationen. Standing Ovations am Ende. Also mir reicht das. 😉

Ganz ähnlich dann am Feiertag in Kleve. Auch hier hieß es vorher, dass die Menschen am Niederrhein ihre Freude manchmal sparsam mit anderen teilen. Unser Publikum in Kleve kann damit auf jeden Fall nicht gemeint gewesen sein. So viel Szenenapplaus für Moderationen z.B. haben wir selten bekommen. Und ich kann mich noch an kein einziges Mal erinnern, dass es Applaus am Ende des Sprechteils von „Zur falschen Zeit“ gegeben hätte. Dazu konnte ich fast das gesamte Konzert hindurch eine Frau in der letzten Reihe ausmachen, die es nicht auf ihrem Sitz hielt. Oft allein, aber teilweise auch mit ihrem Mann wurde getanzt und gefeiert. Geil.

Erwähnenswert am Saal in Kleve ist noch der Rang. Der wirkt von der Bühne aus einfach komplett abgeschnitten. Dazu verschwindet der mit Bühnenlicht auch komplett im Dunkeln. Ich musste mich zwischendurch immer mal wieder aktiv erinnern, dass da oben auch noch viele Leute sitzen, die sich über ein bisschen Aufmerksamkeit freuen. Grade Menschen meiner Größe müssen dann in Kleve den Kopf ganz schön ins Genick legen, um nach oben zu schauen. 😉

Am Donnerstag gab’s dann die Rückkehr nach Bergisch-Gladbach. Der Ort des ersten abendfüllenden Auftritts von Alte Bekannte. Knapp zehn Monate später. Kamen einige Erinnerungen hoch. An einen sehr aufgeregten Dän. Sehr! An ganz viel Adrenalin und Anspannung. Zum Glück haben wir davon ja ein paar kleine Videoschnippsel zu Hause. Krasse Entwicklung. Vor allem bei Ingo. Der ist ja mittlerweile Schauspiel- und Mimik-Meister Nummer 1. Das sah im Testkonzert im Dezember 2017 noch ganz anders aus. Aber das positive Feedback zur Entwicklung bekommen wir ja auch immer von euch. Zumindest von denen, die uns ganz am Anfang gesehen haben und dann jetzt wieder in den vergangenen Wochen.

Auch in Bergisch-Gladbach waren wieder ganz viele Menschen zum ersten Mal bei uns im Konzert, wie eine kurze Umfrage ergab. Keine Ahnung, ob das der Grund war für den wahrscheinlich kürzesten Afterglow in der Geschichte von Alte Bekannte. Oder hatte sich niemand Brückentage genommen und alle mussten am Freitag wieder arbeiten? War auf jeden Fall so, dass ich den Kollegen eine Nachricht in die Garderobe schrieb, ob sie nicht schon eher rauskommen könnten, da kaum noch jemand im Foyer wartete. Haben sie dann auch gemacht. Und waren ähnlich erstaunt wie ich. 😉

Was auch immer man nicht darf…

Am Freitag ging es dann für uns schon zeitig nach Leverkusen. Ab 14 Uhr hatten wir eine Probe mit unserem Coach Erik Sohn. Der blieb auch diesmal während des Konzertes beim Tontechniker sitzen und nutzte das Talkback-Mikrofon, um uns zwischen den Songs kurze Anweisungen zu geben und uns an die Dinge zu erinnern, die wir zu den jeweiligen Songs vorher geprobt hatten. Das führte auf der Bühne zu einer unglaublichen Energie und Spielfreude. Und war anscheinend ansteckend. Denn das Leverkusener Publikum war ähnlich gut drauf wie wir.

Und das, obwohl es das bisher kleinste Publikum in der Geschichte von Alte Bekannte war. Eigentlich eine schöne, intime, fast schon Wohnzimmer-Athmosphäre. Wäre nicht die Bühne so unpassend hoch gewesen. Dadurch waren wir, trotz des kleinen Raumes, irgendwie weiter weg, als mir lieb gewesen wäre in diesem Rahmen.

Abschluss unseres kleinen Konzertmarathons (9 Konzerte in 10 Tagen) war dann am Samstag in Düsseldorf. Im Savoy-Theater. Ein Ort, in dem man in fast jeder Ecke spürt, dass schon viele Show-Größen durch die Flure gelaufen sind. Dazu noch so kleine Details wie im Titelbild dieses Blogs. Die Stimmung war gut. Wenn auch vielleicht nicht ganz so überraschend ausgelassen, wie noch in Kleve oder Euskirchen. Aber bei diesen gemütlichen Kinosesseln nehme ich das niemandem übel. Ganz im Gegenteil. Ich war fast schon neidisch auf das Publikum. 😉

Nette Begegnungen hatte ich dann auch noch im Afterglow. Vor allem der Junge (schätzungsweise 1./2. Klasse), der mir mitteilte, dass Clemens wohl seinen Namen nicht richtig schreiben könne. Schließlich unterschreibt er immer nur mit „Cle“. Hab dem Jungen vollkommen zugestimmt. Ihm aber auch erklärt, dass der Clemens wahrscheinlich ein unglaublich effektiver Autogrammeschreiber ist. 3 Buchstaben schreiben sich eben schneller als 7. Und bei Nils‘ Unterschrift könne man im Grunde ja gar nicht nachvollziehen, ob er jeden Buchstaben schreibt. Abgesehen davon, das Nils ja nur 4 Buchstaben hat. Ja 4. Nils. Nicht Niels, wie ich immer wieder in Zeitungsberichten über uns lese. Aber ich schweife ab. Beziehungsweise bin ich am Ende. 😉

Diese Woche geht es wieder in den Süd-Westen. Von Trier über Ulm bis fast an den Bodensee (Ravensburg und Kempten). Die letzten vier Konzerte vor den Herbstferien und dem Jahresendspurt mit einem pickepackevollen November und Dezember. Dazu melden wir uns Freitag live über’s Internet. Ab 19 Uhr.

Wir sehen uns also,

Björn

Teile diesen Post