Tourblog Nr. 16 (Bergheim, Troisdorf, Paderborn, Dortmund)

„Immer wieder Montags kommt die Erinnerung, dibidibidipdip dip“

Dabei hat vor allem mit Clemens Erinnerung offenbar irgendwas nicht hingehauen am Donnerstag in Bergheim. Zumindest stand er ohne seine Anzugtasche und damit ohne Auftrittsklamotten vor uns – mit kurzer Hose und Sandalen. Schwarze Anzüge für die erste Konzerthälfte waren also nicht möglich. Am Ende trug Clemens Schuhe und Hemd von Ingo, Socken von mir und Jeans von Nils. Er sah selten so gut aus. Hätte ich ein Foto machen sollen? 😀 Das Konzert selbst lief ohne weitere Pannen. Zum Glück war es auch nicht mehr so warm wie noch vergangene Woche, so dass wir das gesamte Konzert mit den selben Klamotten singen konnten, ohne schon in der Pause komplett durchgeschwitzt zu sein. Die Bergheimer waren sehr gut drauf und am Ende gab’s sogar Standing Ovations. 

Am Freitag ging’s dann vom Nordwesten Kölns in den Südosten. Nach Troisdorf. Hier haben wir nachmittags mit unserem Coach Erik Sohn mal wieder über das Programm geschaut und an ein paar Ecken gefeilt. Auch wenn das Programm bereits gut läuft, ist es immer wieder schön, mit fachkundigem Rat von außen an den Stücken zu arbeiten. 

Erik schaut mit kritisch-analytischem Blick auf die Noten

Beim Konzert am Abend durften dann wieder alle ihre eigenen Klamotten in der gewohnten Reihenfolge tragen. Die Stimmung war wesentlich heißer als die Temperaturen in dem doch sehr stark klimatisierten Raum. Ich frage mich nur, ob der Troisdorfer (hier sei noch mal das Dehnungs-„i“ erwähnt – also Trohsdorf) an sich eine rechts-links-Schwäche hat. Oder gibt es eine andere Erklärung, warum das an die Wände im Saal projeziert wurde? 

Im Afterglow gab es dann noch eine schöne Überraschung für uns. Nach meinem letzten Tourblog über die Schwitz-Konzerte in Wittingen und Dresden, bekamen wir alle selbstbestickte Handtücher mit dem Bandschriftzug und unserem Namen. Tolle Idee, Danke! 🙂

„Groß“stadt-Idylle 😉

Am Samstag dann wieder im wirklich hübschen Paderborn. Und wie so oft in der Vergangenheit war die Stimmung wesentlich besser, als uns die lokalen Mitarbeiter vorher prognostiziert hatten. Sprüche wie „der Paderborner lacht eher nach innen“ bekamen wir im Vorfeld zu hören. Keine Ahnung wer damit gemeint ist. Aber die Zuschauer, die da am Samstag im Saal saßen können damit nicht gemeint gewesen sein. Teilweise war die Stimmung ausgelassen wie bei einem Stehkonzert. 

Von unserer Seite aus gab es ja länger schon keine technischen Pannen. War dann am Samstag wohl mal wieder Zeit. Während „Billig Jeans“ wunderte ich mich plötzlich, dass ich Nils nicht mehr hören konnte. Ich dachte, er hätte sich verschluckt oder so. Ich konnte aber aus choreografietechnischen Gründen nicht zu ihm schauen und nachsehen. Irgendwie dauerte sein Aussetzen aber für einen Verschlucker zu lang. Als ich mich dann doch in seine Richtung umdrehen konnte, sah ich, dass er seine Mikrofonbatterien wechselte. Das war es also. Damit aber nicht genug. Eine Strophe später konnte ich mich selbst nicht mehr hören. Auch bei mir leider spontanes Batterieversagen. Also hin zum Beistelltisch, Mikrofon aufschrauben, alte Batterien raus, neue rein und wieder zuschrauben. Alles in allem eine Angelegenheit, die man zeitlich fast mit einem Boxenstop bei der Formel 1 vergleichen kann. Irgendwas im Bereich einer Nano-Sekunde. Bevor Fragen aufkommen: natürlich checken wir die Batterieanzeigen vor den Auftritten. Leider gibt es aber auch bei diesem Produkt immer mal wieder ein schwarzes Schaf, das seinen Dienst vor der vereinbarten und gewohnten Zeit einstellt. 

Das Wochenende abgeschlossen haben wir gestern in Dortmund. Mit einem Kirchenkonzert. Kirchen nutze ich gerne mal als kühlenden Rückzugsort bei Stadtbesuchen im Hochsommer. Dafür eignet sich unser Dortmunder Exemplar nicht. Im Gegenteil. Fühlte sich eher an, wie im Tropenhaus vom Zoo. Klimatisch waren die Dortmunder aber offenbar hart im Nehmen. Oder die Kirchenbänke waren besonders hart. Wie auch immer, plötzlich standen fast alle Besucher bei „Wir sind da“. Das hat es selbst in „normalen“ Konzerten bisher selten gegeben. In Erinnerung wird auch die Kanzel genau in der Mitte der „Bühne“ bleiben. Da fühlte man sich als Solist oder auch Moderator schnell mal wie ein Prediger. Und jetzt noch ein Spoiler: wir haben zwei neue Coverversionen ruhigerer Machart ins Kirchenprogramm aufgenommen. Eins davon gab’s schon bei unserer Vorgängerband. Das andere war eine Weltpremiere. 😀 

Zum Abschluss des Wochenendes hatten wir gestern alle 5 gleichzeitig noch Bock auf Dönerbude! 🙂

So, jetzt steht die WM vor der Tür und damit für uns ruhigere Wochen, zumindest was die Anzahl der Konzerte angeht. Nächste Woche haben wir nur zwei (Lüneburg und Lübeck). Von dort geht es dann aber direkt in die Eifel zum Songschreiben.

Liebe Grüße und allen eine schöne Woche!

Björn

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