Tourblog Nr. 27: Hamburg, Lüneburg, Braunschweig, Visbek und Oldenburg

Hallo zusammen, 

der November ist angebrochen und damit der Monat mit den bisher meisten Konzerten in der Geschichte von Alte Bekannte. Los ging’s im Norden und zusammenfassend sei hier schon gesagt, dass es fünf total geile Konzerte waren. 
Am Donnerstag waren wir zum zweiten Mal in der coolen Markthalle zu Hamburg. Und wieder waren 800 Leute da. Wow. Sehr geil. Und wie schon beim ersten Hamburg-Termin im Januar war auch diesmal die Stimmung mega. Eigentlich sogar meger, wenn man das als Steigerung dieses Modewortes sehen will. 😉 Auch wenn nach wie vor die meisten Leute im Publikum „Ersthörer“ sind, wurde doch von denen, die die Songs schon ganz gut kennen, extrem laut und viel mitgesungen. Klang gut! 😉

Getrübt war die Stimmung bei uns auf der Bühne nur durch den ziemlich angeschlagenen Dän. Seine Bronchitis hatte er zwar, höchst professionell, innerhalb der Herbstferien ausgestanden, nur seine Stimme hatte das wohl irgendwie noch nicht so richtig realisiert. Also mussten wir wiedermal, wie schon so oft im September und Oktober, das Programm ein bisschen umstellen und Dän von seinen (meisten) Hauptstimmen entlasten. Aber so Songs wie „Radio“ funktionieren natürlich auch, wenn nur das Publikum aus vollen Kehlen die Melodie singt. Als Bandkollege ist man nur trotzdem das ganze Konzert über ein bisschen in Sorge, dass die Stimme hält und es sich durch das Singen im Konzert nicht noch verschlechtert. Schließlich sind die kommenden Wochen bis kurz vor Weihnachten ja extrem voll gepackt mit Konzerten.

Achja, wir haben übrigens kein neues Mitglied. Clemens hat sich nur in den Herbstferien die Augen lasern lassen und trägt jetzt keine Brille mehr. War auch für uns ein paar Tage ungewohnt, ihn so zu sehen. Dazu aber später noch ein klein bisschen mehr.

Am Freitag ging es, ebenfalls zum zweiten Mal, nach Lüneburg. Allerdings diesmal in einer anderen Location – in der Vamos Kulturhalle. Von außen eher Kategorie „LuftdurchdieZähneeinatmen“, von innen aber echt total cool. Was man alles aus einer ehemaligen Kasernensporthalle so machen kann. Schade, dass die Halle eigentlich bald abgerissen werden soll. 😉

Vor dem Konzert waren wir Janno und Jonte sowie ihren Eltern zu einem kurzen Kennenlernen verabredet. Zwei aufgeweckt schüchterne Jungs. Einer von beiden hat sich in den vergangenen Monaten mit einer enormen Kraft zurück ins Leben gekämpft, nachdem er durch eine Rückenmarksentzündung zwischenzeitlich im Koma lag. Mittlerweile ist er aber schon wieder fast der alte und es war toll zu sehen, wie dieser schwere Schlag die ganze Familie zusammengeschweißt hat. 

Däns Stimme war ungefähr auf Vortags-Niveau. Nicht wirklich besser, aber auch nicht schlimmer. Wenigstens etwas. 🙂 Was das anging, konnten wir uns also gedanklich schon etwas mehr entspannen. Die Gefahr einer Konzertabsage noch an diesem Wochenende schien vorerst gebannt. 

Stimmungsmäßig hatte es das Lüneburger Publikum natürlich schwer im Vergleich zum Vortag in Hamburg. Sitz gegen Steh. 500 gegen 800. Aber es hat trotzdem extrem viel Bock gemacht. Ich fand uns auch musikalisch noch mal einen Tick besser. Nur die Pfeifkünste des Clemens Schmuck, und damit komme ich zurück auf seine Augen-Op, waren unterirdisch. Normalerweise ist die Melodie im Intro von „Kleiner Terrorist“ gepfiffen. Das war aber relativ erbärmlich, was da in Lüneburg rauskam (wahrscheinlich in HH auch schon, kann mich aber nicht mehr daran erinnern). Loriot hätte seine wahre Freude gehabt. Ich selbst hab es gar nicht so gehört auf meinem In-Ear-Monitoring, aber Nils fing plötzlich an zu kichern und zu prusten, so dass andere angesteckt wurden und wir den Song abbrechen mussten. Clemens entschuldigte sich daraufhin beim Publikum und erklärte die Situation. Er fragte auch, ob ein Augenarzt im Publikum sei und ihm einen eventuellen Zusammenhang zwischen Laser-OP und dem Verlust der Pfeiffähigkeiten erklären könne. Es meldete sich aber erstmal niemand. Ich glaube, dass im Afterglow jemand meinte, dass er ja noch Augentropfen nehmen würde und das für eine besondere Trockenheit im Mund sorgen kann, wodurch dann das Pfeifen schwieriger werde. Wie gut, dass wir kein Lied für fünf Pfeifen im Programm haben. 🙂

Samstag waren wir, ebenfalls zum zweiten Mal, in der Braunschweiger Stadthalle. War das eine geile Stimmung. Ich hatte teilweise das Gefühl, Band und Publikum würden sich gegenseitig zu Höchstleistungen antreiben. Hat extrem viel Spaß gemacht. So viel Spaß, dass uns dann noch ein kleiner Fehler unterlaufen ist. So haben wir das Konzert für nächstes Jahr im Großen Saal angesagt. Irgendwie klang für uns die Info „Congress-Saal“ nach groß. Wir hätte ja auch mal auf die Schilder schauen können, dass wir Samstag ja im Congress-Saal standen. Naja, also hier noch mal der Hinweis: auch im kommenden Jahr gibt es unser Konzert im kleinen Saal der Braunschweiger Stadthalle. Stimmung ist ja aber eh wie im Großen. Vielleicht sogar besser?! 

Däns Stimme war übrigens schon besser, geschont haben wir ihn aber vorsichtshalber trotzdem noch ein bisschen. Und Clemens Pfeifen? Ich sag nichts. Trauerspiel. Gleiche Situation wie am Tag zuvor. 😉

Sonntag waren wir nach Visbek eingeladen. In die Kirche St. Vitus. Dort sind wir im Rahmen der 1200-Jahr-Feiern der Stadt aufgetreten. Es war rappelvoll. Mein Gefühl sagt mir, dass das Publikum ebenso abgefeiert hätte, wie am Tag zuvor in Braunschweig. Geht ja aber in der Kirche nicht. Es war trotzdem ein total schöner Abend mit einem sehr gut aufgelegten Publikum. Visbek hat eine tolle Kirche mit einer tollen Akustik. Und die Gemeinde bzw. die Kulturverwaltung haben herzliche Helferlein, die uns wahnsinnig nett empfangen und saulecker verköstigt haben. Zum Abschluss gab’s dann für jeden von uns noch eine Flasche Williams Birne aus Visbek. 

Clemens hat es übrigens noch mal probiert mit dem gepfiffenen Intro bei „Kleiner Terrorist“. Es blieb beim Versuch. 😉

Mehr Bilder und einen kurzen Bericht „von außen“ findet ihr hier.

Abschluss des „Wochenendes“ war in Oldenburg. Bereits unser 3. (!!!) Konzert in der dortigen Kulturetage. Gleich vorweg: auch diesmal hat es mit dem Pfeifen bei Clemens nicht geklappt. Wieder der gleiche Ablauf. Das Lied startet, wir hören die ersten kläglichen Töne von ihm. Einer fängt an zu kichern. Alle hören auf zu singen und Clemens erklärt sich und seine Theorie zu der Situation dem Publikum. In Oldenburg hat er aber versprochen, dass es der letzte Versuch gewesen ist. Na da bin ich ja mal gespannt, ob er sich daran bei den nächsten Konzerten erinnern kann.

Die Stimmung in Oldenburg ist immer gut. Wenn auch nicht ganz so ausgelassen, wie z.B. in Braunschweig oder Hamburg (um das jetzt nur mit dieser Tour zu vergleichen). Ich würde das aber für dieses Mal mit der Montagsallergie begründen. Fühlte sich auch für uns etwas komisch an. Montags haben wir ja eigentlich immer frei. Oder sind zumindest auf dem Weg nach Hause. Dafür sind wir aber alle ganz gut durchgekommen. Auch wenn wir Dän noch mal komplett von seinen Hauptstimmen befreien mussten. Oder besser gesagt, er darum bat, dass wir ihn davon entlasten. Soll hier ja keiner denken, dass wir ihn nicht gelassen haben. 😉

Wie schon gesagt, der November ist voll. Deswegen geht es heute schon wieder weiter. Erster Halt Bühl. Alles aussteigen bitte. 😉

Björn

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