Tourblog Nr. 28: Bühl, Villingen-Schwenningen, Denzlingen, Schopfheim

Hallo zusammen,

nach der nur kurzen Pause ging es am vergangenen Wochenende wieder ein den Schwarzwald. Rein landschaftlich hätten wir es zu dieser Jahreszeit sicher kaum besser treffen können. 🙂 

Auftakt war am Donnerstag in Bühl. Wo? Bühl bei Baden-Baden. Achso. 😉 Das Publikum war, ich sag mal, typisch badisch zurückhaltend. Aber freundlich. Eher schüchtern glücklich. Däns Stimme war leider immer noch nicht so richtig gut am Start, so dass wir auch zu Beginn dieses Wochenendes erstmal wieder auf seine Hauptstimmen im Konzert verzichten mussten. In Bühl gab es den zweitkürzesten Afterglow der Bandgeschichte. Ob das an Däns fehlenden Solo-Songs lag? Oder doch eher alles vorbildliche Arbeitnehmer, die auch am letzten Tag der Woche noch ausgeruht und pünktlich auf der Arbeit erschienen sind? Wer weiß. Es ist auch nicht so, dass wir gar keine Rückmeldung bekommen haben. Gemessen an den wenigen Menschen, die noch zum Afterglow geblieben sind, gab es ziemlich viel Feedback per Facebook, Instagram und Mail. 🙂

Freitag stand Villingen-Schwenningen auf dem Programm. Da war ich vorher schon mal. 😉 Das Konzert war, zumindest in der ersten Hälfte, eine Ausgabe von „Pleiten, Pech und Pannen“. Alles fing damit an, dass wir im Soundcheck feststellen mussten, dass die Bühne asymmetrisch war und sich die Bühnenmitte irgendwie falsch anfühlte. Dann hatte Dän vermehrt mit Husten zu kämpfen. Ich hab den Anfang der dritten Strophe von „Love Yourself“ nicht gleich beim ersten Versuch gefunden, Clemens ist erneut kläglich am gepfiffenen Intro von „Kleiner Terrorist“ gescheitert und dann war auch noch der Anfangsakkord von „Bedingungslos“ falsch. Den hatte Ingo tagsüber nochmal verändert. Dabei aber offenbar die Tonart einen Ganzton höher gesetzt. Zum Glück haben wir ja aber einen Keyboarder in der Band und eine Art Keyboard auf dem Wassertisch an der Bühne zu liegen. Also hat er damit die richtige Tonart angegeben. Schien mir fast so, als sei Ingo ganz glücklich gewesen, mal wieder auf der Bühne ein paar Tasten drücken zu können. Die zweite Hälfte war dann von unserer Seite übrigens erstaunlich ereignisarm. 😉

Samstag waren wir in Denzlingen. Es gab übrigens keine Spätzle. Hätten wir vorher auch nicht gedacht, dass in Baden auch mal was anderes auf der Speisekarte steht. Obwohl die Dinger ja eigentlich schwäbisch sind, wie ich gelernt habe. 😉 Denzlingen wirkte auf uns so ein bisschen wie ein gallisches Dorf. Während sich alle anderen an den Kodex der allgemeinen Zurückhaltung halten, wollte das Denzling(en)er Publikum unbedingt beweisen, dass es auch anders geht. Begeisterter Anfangsapplaus, rhythmisches Mitklatschen in einigen Songs, weitersingen über das Ende von „Wir sind da“ hinaus und fast schon extatischer Ausdruckstanz in den Zugaben. Dance-lingen eben. Oder doch Däns-lingen? Wer weiß das schon so genau. Apropos: Zumindest im Afterglow haben wir nach langer Durststrecke mal wieder ein Lied mit einer Hauptstimme von Dän singen können. „She’s got a way“ für die anwesenden Chronisten. 🙂 Und Clemens? Der hat gar nicht erst versucht zu pfeifen.

Unseren Sonntag haben wir in Schopfheim verbracht. Gaaaanz weit unten. Fast schon Schweiz. Deswegen waren auch einige Eidgenossen beim Konzert, da wir die Schweiz selbst leider momentan aus Kostengründen meiden (müssen). Die Stimmung war gestern auch über dem Durchschnitt der Badener Gute-Laune-Skala. Und das obwohl Dän sich gleich zu Beginn den Fauxpas leistete und behauptete, wir wären alle zum ersten Mal in Schopfheim. Das traf aber auf ihn und Nils nicht zu, wie die erste Reihe im Publikum fast geschlossen und im Chor entgegnete. Zu Däns Ehrenrettung sei gesagt, dass er bei der Anfahrt im Auto wirklich zweimal sagte, dass ihm der Name irgendwie bekannt vorkäme. Aber anscheinend hat er sich damit selbst nicht überzeugen können. Naja, war ja nicht das erste Mal. Wenn ich mich richtig erinnere, hatten wir die gleiche Situation schon in Soest. 😉 Aber zurück zur Stimmung in Schopfheim. Es gab sogar Applaus für jedes unserer Mottoshirts, bei der entsprechenden Erwähnung. Das gab es meines Erachtens so auch noch nicht. Und dann gab es auf der Bühne eine absolute Weltpremiere für mich. Dän (!!!) hat eine neue Choreografie improvisiert. Bei Billig-Jeans. An einer Stelle, wo wir nur Positionen festgelegt haben, nicht aber einen gemeinsamen Tanzschritt. Plötzlich und unerwartet fängt der größte Tanzmuffel von allen mit einer Bewegung an und fordert Nils und mich zum Mitmachen auf. Was für ein skurriler Moment. Musste ich sehr drüber schmunzeln. 🙂 Wahrscheinlich war er so glücklich, dass er sich vorher endlich wieder so sicher gefühlt hatte, dass wir zumindest „Nordseewind“ zurück ins Programm nehmen konnten. Hoffen wir, dass das jetzt so bleibt und auch seine anderen Melodiestimmen wieder dazukommen.

Diese Woche nehmen wir uns wirklich mal unser verschobenes Wochenende. Soll heißen morgen und Mittwoch ist frei. Heute war ja Abreisetag. Zählt nur halb. 😉 Donnerstag geht’s dafür dann fast wieder dort hin, von wo wir grad gekommen sind. Diesmal nach Stuttgart. Ja, ich weiß. Ist nicht Baden, sondern Schwaben. Aber für einen Berliner liegt das schon dicht beieinander. 😉

Bis denne also,

Björn

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