03 Schön für dich (MEHR!)
Ich glaub‘, es ist normal, und das sehe nicht nur ich so:
Manches liebt man sehr und And‘res eher nich‘ so.
Menschen untescheiden sich auch in den Geschmäckern:
Manche jubeln laut, wo And’re eher meckern.
Ich steh‘ nicht so auf Wagner, und ich bin kein Bayern-Fan.
Comedy lässt mich nicht lachen, sondern eher gähn‘n.
Auf TikTok zu sein, sorgt bei mir für großen Frust.
Auf die Serien bei Netflix hab ich meistens keine Lust…
Aber ist das nicht ein bisschen egal, dass ich das nicht mag?
Ist das wirklich fatal und versaut mir den Tag?
Kann ich nicht einfach sagen: „Das ist nix für mich.
Doch wenn dir das gefällt, dann ist das schön für dich!
Dann ist das schön für dich!“
Es gibt Phänomene, die begeistern ganze Massen.
Ich will das gern versteh’n, aber manchmal muss ich passen.
Ich gebe offen zu, dass die Musik von Taylor Swift
meinen ganz persönlichen Geschmacksnerv nicht so trifft.
Aber das ist doch kein Grund, mich tierisch aufzuregen,
oder mich mit dreihundertmillionen Swifties anzulegen.
Die Lieder, die tagtäglich aus dem Radio erschall’n,
sind halt meistens so, dass sie mir nicht so gefall’n.
Aber ist das nicht ein bisschen egal, dass ich das nicht mag?…
Ich muss es nicht beschimpfen, und ich brauch’ es nicht zu hassen,
Ich kann ja kommentarlos meine Finger davon lassen.
Wenn ich was nicht leiden kann, dann lass ich es in Ruh‘
und wend‘ mich and‘ren Dingen zu.
Manche haben Spaß, im sündhaft teuren Wohnmobil zu reisen.
Manche steh’n auf Stefan Mross und Flori Silbereisen.
Manche Leute folgen sonderbaren Religionen.
Manche Leute lieben es, in Düsseldorf zu wohnen.
Ist das nicht ein bisschen egal, dass ich das nicht mag?…
…und auch schön für mich!
